2017-06-25 Jubiläum Gustav-Heinemann-Schule

Auftritt der Rhythmusgruppe der Gustav-Heinemann-Schule und Predigt über Johannes 5,1-9a / Pfarrer Friedhelm Bühner

Liebe Gemeinde, 

 

waren Sie schon mal in so einem richtig großen Circus?

Mit Hochseilakrobaten, die sich durchs Zirkuszelt schwingen

und über Seile gehen oder sogar getragen werden 

in abenteuerlichen „Kutschen“ …

und alle halten nur so Luft an, 

staunen, dass da niemand herunterfällt.

Alle klatschen, sind happy …

Bis Dich einer einlädt, mal schnell in seine

Schubkarre zu steigen … und er verspricht Dir: 

„Ich werde Dich sicher übers Hochseil transportieren, 

versprochen!“

 

Es braucht nichts als ein bisschen Mut. 

Und viel Vertrauen in den Artisten, 

der doch alles für mich macht …

mich durch die Lüfte schieben wird 

oder eben hier in der Kirche herum …

 

(Schubkarre holen)

Jetzt habe ich heute auch eine Schubkarre

und will mal sehen, wer mir zutraut, dass ich ihn / oder sie

sicher durch die Kirche chauffiere!

 

Wer hat Mut? 

Gerne auch Erwachsene …

 

Fahrt durch die Kirche … 

 

 

 

(lesen Predigttext Joh 5,1-9a)

„1 Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. 

2 Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der heißt auf 

Hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen; 3-4 in denen lagen viele 

Kranke, Blinde, Lahme, Ausgezehrte.1 5 Es war aber dort ein Mensch, 

der lag achtunddreißig Jahre krank. 6 Als Jesus den liegen sah und 

vernahm, dass er schon so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: 

Willst du gesund werden? 7 Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich 

habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das 

Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer 

vor mir hinein. 8 Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und 

geh hin! 9 Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein 

Bett und ging hin.“

 

 

 

Wir hören hier aus der Bibel die Geschichte

von einem Mann mit einer schweren Krankheit: 

    - Von einem Mann, der 38 Jahre lang Zuschauer war, 

        wie andere gesund geworden sind, 

        aber er nicht. 

    - Und den fragt Jesus: „Willst Du gesund werden?“ - 

        Die Frage hört sich fast schon zynisch an! - 

        Klar doch wollte er das! 

        So ´ne blöde Frage!

 

Aber gibt es denn wirklich noch einen, 

der mich nicht wieder enttäuschen wird? 

Das fragt er sich. 

 

Ich kann mir vorstellen: 

Viele von Ihnen, liebe Eltern, 

haben da auch schon so manche Enttäuschung hinter sich!?

Jeder hat doch die Hoffnung, dass er nicht dauerhaft mit

Einschränkungen leben muss. 

Und umso mehr, wenn es um unsere Kinder geht. 

Wenigstens für sie … wollen wir alles Menschenmögliche tun!

 

Denn der Konkurrenzkampf in dieser Welt ist hart. 

Und die Antworten von manchen sogenannten „Helfern“ 

sind es manchmal auch … 

Wieviel Ignoranz oder billige Antworten, 

kann man da erleben. 

 

Da ist eine Einrichtung wie die Gustav-Heinemann-Schule

wirklich eine Hilfe!

Auch Menschen im Dorf, die keine Berührungsängste

zu Behinderten haben … und sie willkommen heißen!

 

Aber dieser Mann in der Bibel …

Was mag der in 38 Jahren nicht alles erlebt haben?

An Enttäuschungen, 

an nicht erfüllten Hoffnungen!

 

Ich kenne einige Menschen, 

die nach vielen Enttäuschungen dieser Art

nicht mehr „hoch gekommen“ sind …

Menschen, die sich damit abfinden

und manchmal sogar Gott gegenüber resigniert sind: 

    - Deshalb glaube ich nicht mehr!

    - Deshalb gehe ich nicht mehr in die Kirche!

    - Ich habe das Vertrauen verloren. 

 

Und andererseits kenne ich Leute, 

die gerade solche Erfahrungen mit Menschen (mit ihrer Umwelt)

erst Recht zu Jesus geführt hat, 

so dass ER ihr ganzer Halt (ihre Hilfe) geworden ist. 

 

Sie sagen: 

Klar, ich weiß nicht, warum gerade unser Sohn oder unsere Tochter

mit dieser Behinderung leben muss. 

Aber ist es fair, Jesus deshalb mein Vertrauen zu entziehen?

Weil er nicht tut, was ich mir so sehr wünsche?

Dass er meinen Sohn oder meine Tochter 

„gesund“ durchs Leben gehen lässt?

 

Und, haben Sie es sich gemerkt?

 

Jesus fragt den seit 38 Jahren Kranken ja wirklich: 

Willst Du gesund werden? 

 

Mensch, was soll das!?

Ich hätte vielleicht gedacht: 

„Ja, Jesus, ich weiß schon: Wer den Schaden hat, 

braucht für den Spott nicht zu sorgen!“

Willst Du mich auch noch veräppeln?

 

Er hätte auf den Boden schauen können und aufzählen, 

wer ihn nicht alles schon enttäuscht hat 

und warum er niemand mehr vertrauen kann, 

keinem Christen und auch Jesus nicht. 

 

Aber - die Antwort des Kranken - lässt auf eine feine Art

durchblicken, was bei diesem Mann anders ist: 

„Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, 

wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt 

ein anderer vor mir hinein“ (V7). 

 

„Ich habe keinen Menschen!“ -  

Wie ehrlich ist doch dieser Satz

und wie erschütternd!

 

„Menschen können mir nicht helfen!“, sagt er damit. 

Und auch ich bin ein Mensch!

„Aber Du!? - Kannst Du mir vielleicht helfen!? - 

 

Ja, wer bist Du eigentlich? - Sag‘ es mir doch!

Ich würde so gerne in den Schubkarren einsteigen, 

damit Du mich zum Wasser bringst. Und ich heil werde!“

 

Als ich Sie heute eingeladen habe, 

in den Schubkarren zu steigen, 

da haben Sie vielleicht auch gedacht: 

Will der mich veräppeln?

Will er mich vorführen, mich blamieren?

 

Nein, nichts von beidem!

Es war ein Vertrauenstest. 

 

(Und wer hat ihn bestanden …?)

 

Lassen Sie uns doch heute in diesem Gottesdienst festhalten: 

Dieser kranke Mensch in der Bibelvertraute Jesus!

Er hatte Mut! - Auch nach so vielen Enttäuschungen durch 

Menschen!

 

Er ahnt etwas davon, 

dass Jesus total anders ist als Menschen 

und dass Gottes Kraft durch ihn strömt. 

 

Manchmal heilt er wirklich (so wie diesen Kranken, 

der ihm vertraut hat), 

manchmal tut er es nicht 

und gibt uns Hilfe auf andere Weise (auch als Angehörige)!

 

Aber er prüft unser Vertrauen:

Vertraust Du auf Gott, auf Jesus?

So dass Du in seinen Schubkarren steigen würdest?!

 

Der kranke Mann hat das getan, 

auch nach x Enttäuschungen. 

 

„Steh auf und nimm Dein Bett ...!“, sagt Jesus zu ihm. 

 

Kurzes Nachdenken …

doch dann will er tun, was eigentlich nicht geht: 

AUFSTEHEN!

 

Jesus sieht darin seinen Glauben, 

das bedingungslose Vertrauen in IHN.

 

Und das … kommt nie leer zurück!

Wenn auch nicht so oft durch körperliche Gesundheit, 

so doch mit einem „neuen (geistlichen) Leben, 

wie das in der Bibel heißt.

 

Wer Jesus folgt, 

bekommt einen Platz im Himmel. 

So sicher wie das Amen in der Kirche.

Denn Jesus sagt hier (V24):

„Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, 

der hat das ewige Leben …

er ist vom Tode zum Leben hindurch gedrungen“.

 

Deshalb ist Jesus so wichtig. 

Für dieses Leben und um das kommende bei Gott zu kommen. 

Du kannst ihm voll und ganz vertrauen. 

Er kennt keine Fake news und keinen Bluff.

Du kannst ihm auch Dein Kind anvertrauen, 

das mit einer Behinderung leben muss …

Auch alle Fragen, wie das einmal gehen soll, 

wenn Du selbst ins Alter kommst

und nicht mehr kannst …

 

Das Vertrauen zu Jesus ist der Schlüssel. 

 

Amen

 




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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