2016-05-01

Predigt über 1. Tim 2,1-6a / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören Gottes Wort für diesen Sonntag aus dem 1. Brief des

Apostels Paulus an seinen Mitarbeiter Timotheus, Kapitel 2, die 

Verse 1-6a („Gute Nachricht Bibel“):

„1 Das Erste und Wichtigste, wozu ich die Gemeinde aufrufe, ist 

das Gebet, und zwar für alle Menschen. Bringt Bitten und Fürbitten 

und Dank für sie alle vor Gott! 2 Betet für die Regierenden und für alle, 

die Gewalt haben, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, 

in Ehrfurcht vor Gott und in Rechtschaffenheit. 3 So ist es gut und 

gefällt Gott, unserem Retter. 4 Er will, dass alle Menschen zur 

Erkenntnis der Wahrheit kommen und gerettet werden. 5 Denn dies 

ist ja unser Bekenntnis: Nur einer ist Gott, und nur einer ist auch der 

Vermittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Jesus 

Christus. 6 Er gab sein Leben, um die ganze Menschheit von ihrer 

Schuld loszukaufen.“

 

 

 

Liebe Gemeinde, 

wer mal eine längere Zeit im Ausland verbringt

und sich dort in einer Gemeinde engagiert, 

der kann mit hoher Wahrscheinlichkeit eines lernen: beten. 

 

In vielen Gemeinden sind Gebetsgruppen, 

die sich auch unter der Woche regelmäßig treffen, 

etwas ganz Normales. 

Manche verbinden das Beten zum Beispiel mit einem 

Gebetsfrühstück, also schon früh am Morgen, 

bevor es dann in den Betrieb,

in die Schule oder an die Uni geht. 

 

Oft sind es nur drei oder vier Leute, 

die sich da treffen - aber ihre Aufgabe ist es, 

mindestens einen weiteren mitzubringen …

Und da passieren Wunder! 

 

Menschen und Situationen werden „umbetet“

und es kommen so viele zum Glauben.

Ihre Umkehr verändert ihr Leben 

Und, ein durch Gott verändertes Leben 

gestaltet die Welt neu!

 

Eine Frage zum Anfang heute Morgen …

 

1. Wer rettet die Welt?

Wie oft versuchen wir doch, 

diese Welt zu gestalten und zu retten!?

Klimagipfel, Allianzen im Krieg gegen Terrorismus, 

Engagement in Asylgruppen, 

Arbeit unter Randsiedlern in der Gesellschaft …

eine nicht enden wollende Liste. 

 

Wir sollten uns einmal deutlich machen: 

Wir engagieren uns in der Welt ohne große Worte: 

Jeder ist in seinem Beruf tätig (und auch Hausfrau und

Mutter sein ist ein wichtiger Beruf!).

Da können wir uns mit Kraft und Liebe 

in die Welt ein-bringen, mit-gestalten. 

 

Der Beruf ist das Feld, 

in dem wir in Selbstlosigkeit dem Geschäftspartner oder Kunden, 

dem Kollegen oder Chef weiterhelfen können, 

sachlich, fachlich, engagiert, zuvor kommend, 

positiv gestaltend und hilfreich. 

 

Im Kleinen merken wir dann, 

wie schnell wir mit unseren Möglichkeiten am Ende sind!

 

Wie viele Kräfte gibt es, 

die in andere Richtungen ziehen, schieben oder drücken!?

Es sind nicht nur die anderen. 

Es gibt ja auch Kräfte und Neigungen, 

die aus unserem Herzen kommen. 

 

Wenn wir mal ganz ehrlich sind: 

Allein unsere negativen Neigungen reichen ja schon aus, 

dass nicht alles so klappt, 

wie es soll oder wie es gut ist. 

 

Also braucht es die Kraft Gottes. 

Wir brauchen einen,

der die Kraft des Universum beherrschen kann, 

einen, der die Diktatoren und Mächtigen dieser Welt 

in Schranken weisen kann, 

einen, der die Engel befehligen kann, 

einen -, der uns retten kann. 

 

Deshalb sagt Paulus: 

Redet zuerst mit ihm, 

zu allererst und vor all’ euren Aktivitäten redet mit ihm. 

Er weiß, was passieren muss

und er kann es auch. 

 

Sein Plan ist, dass die Menschen zur Erkenntnis der 

Wahrheit kommen. 

Das heißt, er will, dass die Menschen Anteil an seinem Reich 

haben, dass ihnen eine Tür dahin aufgeht, 

dass sie für immer auf der richtigen Seite leben. 

An diesem Ziel orientiert sich dann auch, 

wie Gott eingreift. 

 

Beten wir also für die Menschen um uns herum

und für ihre Herausforderungen, 

so dass auch sie den Anschluss an das Reich Gottes 

bekommen. 

 

Das heißt also …

 

2. Beten für und mit den Menschen um uns herum.

Ein Team von Christen hat in einer Thüringer Kleinstadt

Gespräche über den Glauben angeboten … atheistisches Umfeld. 

Da kommt eine Handvoll Teenager 

und macht sich lustig über das Thema Gott und so.

 

Ein Mitarbeiter fragt sie: 

„Und wie geht es euch, was beschäftigt euch?“

Da werden sie ernst. 

Sie erzählen, was sie aktuell beschäftigt. 

 

Der eine hat Probleme mit der nächsten Klassenarbeit, 

der andere hat Asthma, 

der dritte Stress mit den Eltern. 

„Kommt, ich bete für euch!“, 

war sein Angebot.

 

Sie waren bereit dafür

und der Mitarbeiter hat ihre Anliegen vor Gott gebracht. 

Dann gehen die Jugendlichen 

und kommen nach zwei Stunden wieder, positiv gestimmt: 

„Seid wir hier waren, hat sich was verändert bei uns. 

Das Gebet hat uns geholfen.“

 

Die fünf Teenager waren begeistert: 

„Hast du mehr davon?“ - 

„Ja, klar.“

 

Und die gastgebende Gemeinde hat mit diesen 

jungen Leuten eine neue Jugendgruppe gestartet!

 

So können auch wir für die Menschen in ihrem Alltag beten, 

bei Hausbesuchen, beim Sport, im Arbeitsumfeld, 

in der Nachbarschaft, jeden Tag …

 

Daraus folgt …

 

3. Beten gibt den Hilflosen Kraft und Stärke genug

Und beten wir für die Verantwortlichen, 

für die Präsidenten und Regierungschefs, 

die Mächtigen, dass sie einen Weg geführt werden, 

so dass den Menschen geholfen wird. 

 

Wie wertvoll das ist, 

zeigen uns gerade die Christen, 

die in einer Verfolgungssituation leben. 

Es geht ihnen nicht um den Sturz der Regierung oder

um Petitionen zur Weltveränderung. 

 

Sie wissen, die Welt wird sich nicht verändern 

bis Jesus wiederkommt. 

Es wird ständig Gewalt, Machtspiele, Unterdrückung und Leid geben. 

Die Frage ist, wie wir in diesen unvollkommenen Strukturen 

unseren Glauben leben können …

 

Gehen wir nach Ägypten - 2011, vor fünf Jahren: 

Die Macht der Muslimbrüder wird ausgebaut. 

Schläge, Blut, Verfolgung, Geschäftsräume und Kirchen 

werden zerstört. 

Jede christliche Familie erlebt Leidensgeschichten. 

Was bleibt? Wie geht’s weiter?

Werden wir umkommen?

 

Hilflosigkeit. 

Machtlosigkeit. 

Da rufen einige Christen zum Gebet auf. 

Einfache Einladezettel werden gedruckt, 

SMS, WhatsApp-Nachrichten und Mails werden verschickt

Im November 2011 kommen sie zu einer Gebetsnacht zusammen. 

Es kommen nicht zehn-, nicht zwanzig, 

sondern siebzigtausend Christen. 

Jeder hat dem Tod in die Augen geschaut, 

jede Familie hat Not erlebt, 

der Terror ist ganz nah. 

 

Wenn wir nach dem Gebet nach Hause gehen: 

Stehen dann an den Straßen die Panzer und die Polizisten,

um uns einzusperren?

 

An diesem Abend beten sie. 

Und weil nichts mehr gesagt werden kann, 

beten sie eine Stunde lang nur ein Wort. 

Sie rufen nur einen Namen aus: JESUS.

JESUS, du bist der Mittler. 

JESUS, du bist der Herr. 

JESUS, du bist der Retter. 

JESUS, JESUS …

 

Er hat eingegriffen. 

Er hat die Diktatoren gestürzt

Er hat es möglich gemacht, dass Christen wieder leben können

und dass sie ihren Herrn bekennen können. 

 

Von den verfolgten Christen können wir lernen,

wie wir beten können, liebe Gemeinde. 

 

Es gibt ein großes Wachstum der christlichen Gemeinden in China. 

Trotz Ausweisung aller ausländischen Missionare. 

Trotz Verbot der Aktivitäten. 

Heute gibt es schätzungsweise 130 Millionen Christen

in diesem Land. 

 

Das Wachstum ist nicht auf Aktivismus, 

Geld oder soziale Dienste gegründet, 

es wird nicht durch Medienkampagnen getragen. 

Es ist eine Folge von Gebet, 

von Gebet und Weitersagen. 

 

In den letzten Jahren wächst auch die Gemeinde im Iran. 

Insider sagen, dass jeden Monat etwa 5000 Moslems Christen werden. 

Vor wenigen Jahren war es nur eine Handvoll hilfloser Gemeinden. 

Die Fensterscheiben ihrer Versammlungsräume 

werden bis heute eingeworfen, 

Pastoren werden eingesperrt und 

vielfach öffentlich hingerichtet. 

Die Gemeinde hat nur - das Gebet - und das Wort. 

 

Ich habe von zwei Frauen gelesen. 

Beide verzweifeln am Leben, ihr Mann hat sie verlassen

und die Mutter ist sterbenskrank. 

Beide wollen eine letzte große, ehrenvolle Tat für Allah tun: 

Sie wollen sich umbringen. 

 

Am letzten Abend zappt die Mutter noch einmal durch die 

Fernsehprogramme.  

Da hört sie plötzlich den Moderator sagen: 

„Halt, bringe dich nicht um. Es gibt eine Chance für dein Leben!“

Eine Telefonnummer wird eingeblendet. 

Sie ruft an. 

Die Tochter kommt dazu

Der Seelsorger am anderen Ende der Leitung hört ihre Not

und sagt: „Gib Jesus eine Chance!“

 

Und er betet mit den zwei Frauen. 

 

Am nächsten Tag ist die Mutter geheilt. 

Sogar der moslemische Arzt attestiert ein Wunder. 

„30 Jahre habe ich zu Allah gebetet, er hat nie geantwortet. 

Einmal bete ich zu Jesus und er hilft mir.“

 

Diese zwei Frauen betreuen heute mehrere Hausgemeinden im Iran. 

So wächst die Gemeinde dort. 

 

 

Liebe Gemeinde, 

ich wünsche mir so sehr, 

dass wir auch in unserer Gemeinde das Gebet 

ganz, ganz stark machen, 

dass Hauskreise, das Umfeld, in dem wir leben und arbeiten, 

zu Orten werden, 

an denen wir Jesus begegnen 

und dass wir Gott im Gebet heraus fordern.

Dass wir anhaltend beten, für alle und alles, 

was uns das Leben vor die Füße legt, 

aber auch konkret für die Gottesdienste, 

für den Kindergottesdienst

für Gruppen und Kreise, 

den Religionsunterricht …

dass Gott … Wunder wirkt … und sein Reich gebaut wird. 

 

Bei den Fürbitten in diesem Gottesdienst

soll das schon mal konkret werden …

 

Amen

 

(Ich danke Herrn F. Appel für seine Vorarbeiten zum Predigttext!)




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

21.11 - 21.11.2108
18:30 Uhr:
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Sonntag, 16.12.2018
9:15 Uhr:
Gottesdienst in Dennach (Pfarrer Schwarze)
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer Schwarze)
Dienstag, 18.12.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Sonntag, 23.12.2018
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer Held)
Montag, 24.12.2018
15:15 Uhr:
Heiligabend-GD in Schwann mit Weihnachtsstück (Pfarrer Held)
16:30 Uhr:
Heiligabend-GD in Dennach, besinnlich (Pfarrer Held