2015-12-24 Christvesper

Impressionen in Bildern von der Christvesper mit dem Ensemble VARIOTONO und Predigt über Lukas 2,1-14 / Pfarrer Friedhelm Bühner

IMG_9273.jpg
IMG_9274.jpg

IMG_9275.jpg
IMG_9276.jpg

IMG_9277.jpg
IMG_9279.jpg

Wir freuen uns über Ihr Kommen. 

Schön, dass Sie einen Platz gefunden haben. 

Machen Sie es sich ruhig bequem …

Ihnen soll es besser ergehen als dem Jesuskind und seinen

Eltern vor 2000 Jahren!

 

Die kleine Stadt Bethlehem kochte vor Betriebsamkeit

vieler Menschen. 

Übernachtungsmöglichkeiten gab es keine mehr. 

Der erste Weihnachtsstress - fand in Bethlehem - statt! 

Die Menschen kämpften und rannten 

um einen Platz für die Nacht zu bekommen. 

 

Wir hören noch einmal den Wortlaut der Weihnachtsbotschaft

nach dem Lukasevangelium, Kapitel 2 (die Verse 1-14), 

wie er in der Bibel steht: 

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser 

Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.

Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, 

da Quirinius Statthalter in Syrien war. 

Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in 

seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt

Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, 

weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, 

damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die 

war schwanger. 

Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. 

Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte 

ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden,

die hüteten des Nachts ihre Herde. 

Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete

um sie; und sie fürchteten sich sehr. 

Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige

euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute

der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 

Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln 

gewickelt und in einer Krippe liegen. 

Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heer-

scharen, die lobten Gott und sprachen: 

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen 

seines Wohlgefallens.“ 

 

 

 

Liebe Gemeinde, 

 

(1) Es war ein weiter Weg

 

Maria und Josef hatten zu Fuß auf einem Esel 

den weiten Weg über 130 km durch gebirgiges und 

oft schwer begehbares Gelände zurückzulegen. 

Man kann diesen Weg heute als Tourist in Israel gehen, 

den „Jesus trail“ und selbst Leute mit guter Kondition 

brauchen dafür drei bis vier Tage!

 

In Bethlehem haben sie sich dann die Hacken ablaufen müssen, 

um eine Unterkunft zu finden. 

Es gab für sie keine. 

Die einzige Hoffnung war ein Höhlenstall auf den Hirtenfeldern 

am Rand von Bethlehem. 

 

Jesus, als Gottes Sohn, 

kam vom Himmel herab einen weiten Weg

bis ganz nach unten in die Futterkrippe. 

 

Wenn Gott sich aufmacht, geht er oft lange Wege, 

bis wir ihn dann erkennen, 

dort, wo wir ihn nicht erwartet hätten, 

vielleicht im Abseits 

oder da, wo eigentlich kein Platz für ihn ist. ( - ) 

 

Lauf Gott nicht weg, er holt Dich ein!

Versteck Dich nicht, er findet Dich!

Weihnachten, das Fest der weiten Wege Gottes zu den 

Menschen. 

Er hört nicht auf, den Menschen auf den Fersen zu bleiben. 

Kein Weg ist ihm zu weit. 

Durch seinen Sohn bleibt er - unterwegs zu uns. 

 

 

(2) Kein Platz für Jesus

 

Jesus hat auch gerade heute in Deutschland 

immer weniger Platz in den Herzen der Menschen. 

Weihnachten verliert seinen religiösen Kern, 

schrieb die BNN / der Pforzheimer Kurier vor ein paar Tagen. 

 

Die Herzen sind gefüllt mit viel Betriebsamkeit, 

Gier nach Besitz und Kampf um Macht und Ansehen. 

Es ist wichtiger, ein Häuschen gebaut zu haben, 

als selber Besitz dieses Jesus zu sein. 

Die Karriere ist wichtiger, 

schöne Urlaube sind wichtiger, 

als der Glaube an den Retter dieser Welt.

 

Meist unbewusst meinen wir uns selber erlösen zu können

von unseren Zukunftsängsten 

durch Lebensversicherungen, schlaue Anlageformen

oder die Alarmanlagen in unseren Häusern. 

 

Jedem sei aller Wohlstand dieser Welt gegönnt. 

Und Christen haben ja wirklich keinen Grund, 

ihren Mitmenschen ihren Wohlstand zu neiden 

oder ihnen den Festtagsbraten nicht zu gönnen. 

All das ist aber nur wirklich zu genießen, 

wenn das Kind in der Krippe, 

arm und in Windeln gewickelt, 

ins Zentrum unseres Lebens rückt. 

 

Das kann nicht nur an Festtagen, 

sondern muss jeden Tag, auch jeden Sonntag, passieren. 

Nicht nur als neugeborenes Kind hatte Jesus 

keinen Raum bei den Menschen, 

sondern später hieß es von ihm, 

dass der Menschensohn keinen Ort habe, 

wo er sein Haupt hinlegen könnte (1).

 

Weihnachten feiern heißt: Platz machen für Jesus!

Endlich ihn einlassen in das eigene Leben. 

Endlich ihn um Lebensorientierung durch sein Wort bitten. 

Endlich vor diesem Kind niederknien und ihm alle Schuld und 

Gleichgültigkeit zu bekennen. 

Endlich diesen Jesus und seinen Vater im Himmel über alles 

lieben zu lernen. 

Endlich mit den Engeln - Gott die Ehre geben zu können, 

das heißt, zu Weihnachten wirklich froh zu werden - 

und dann - Weihnachten auch tatsächlich genießen zu können. 

 

Es gibt einen Platz für Jesus damals und heute

in den Herzen der Menschen.

 

Wenn aber Jesus einen Platz in unserem Herzen gefunden hat, 

dann finden wir auch unseren Platz in dieser Welt. 

 

Mit Jesus sollen wir seine Botschaft leben 

und weitersagen wie die Hirten. 

Wenn Jesus Platz findet auch in anderen Menschen, 

dann wird es Weihnachten in ihnen. 

Durch das Weitergeben der Weihnachtsbotschaft 

bekommt unser Leben einen göttlichen Sinn. 

 

 

(3.) Im Abseits

 

Bethlehem ist eine kleine Stadt, 

nur 10 km südlich von Jerusalem gelegen. 

Selbst dort hat Jesus nicht das Licht der Welt erblickt, 

sondern im Abseits dieser kleinen Stadt, in einem Höhlenstall. 

Die von der Gesellschaft nicht geachteten Hirten waren die 

Ersten, die diese Botschaft hörten. 

 

Zu ihnen, die im Abseits lebten, kam Gott als Mensch zuerst. 

Das ist eine frohe Botschaft für alle Menschen aller Zeiten, 

die darunter leiden, dass man sie nicht achtet, 

nicht ehrt und niemand sie liebt. 

 

Wer heute meint, Jesus oder der Glaube sei nur was 

für diejenigen, 

die religiös veranlagt oder fromm erzogen wären, der irrt. 

Für die ist er auch da. 

Aber zuerst ist er für die da, die von der Kirche enttäuscht sind, 

die niemand mehr trauen 

und sich selber auch nicht. 

 

Jesus ist für die da, die sich selbst aufgegeben haben, 

weil sie meinen, 

dass ihr Leben auf dieser Erde keinen Sinn mehr hätte. 

Jesus ist für das Mädchen da, 

das voller Verzweiflung und unter Tränen drei Abtreibungen 

hinter sich gebracht hat, 

nachdem sie sogar die Eltern dazu gedrängt haben 

und der Freund sich aus dem Staub gemacht hat. 

Wieder einmal. 

Und es war keiner da, 

der ihr gesagt hätte: Hör her, ich helfe Dir!

Auch das Kind, das Du erwartest, ist wertvoll 

und es hat ein Recht auf Leben!

 

Für wie viele Menschen unter uns gibt es keinen Platz mehr?

Wie viele Kinder werden von den geschiedenen Eltern 

hin- und her gestoßen 

und nur als Scheidungsmasse benutzt?

Wie viele Kinder erfahren keine Liebe mehr 

und werden um ihre Kindheit gebracht! 

Sie erleben vor allem die Krippe -, 

aber die Herzen von immer mehr Kindern sind verschlossen, 

ihre Augen leuchten nicht mehr. 

Liebe ist eben doch etwas anderes als Betreuung, 

die man organisieren kann. 

 

Jesus liebt Kinder. 

Er liebt auch die Kinder, die keiner mehr will, 

für die kein Platz mehr ist in unserer nach Gewinn und Lust 

trachtenden Gesellschaft. 

 

Wenn Jesus im Zentrum unseres Lebens Platz bekommen hat, 

dann werden wir auch die Menschen sehen und zu ihnen gehen, 

die im Abseits leben, die Flüchtlinge in unserer Nähe, 

die Oma, die allein lebt und immer einsamer wird - 

und ihnen die frohe Botschaft bringen. 

 

Dieses Jesus-Kind ruft uns aus dem Abseits der Krippe zu: 

Steht auf, wenn ihr Christen seid 

und holt die Menschen zu euch, 

die in welchem Abseits des Lebens auch immer existieren mögen 

und schenkt ihnen einen Platz in dieser Welt, 

in eurem Herzen 

und führt sie zu Jesus, dem Retter. 

 

So ist der ins Abseits dieser Welt geborene Gottessohn 

Trost für alle, die im Abseits leben 

und Aufgabe und Verpflichtung für jeden Christen, 

der durch eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus

aus dem Abseits dieser Welt in das Herz Gottes gefunden hat. 

Und es ist Gottes Weg bis heute, 

durch das Kind in der Krippe Menschen froh werden zu lassen. 

Und die Freude, die von Jesus kommt, 

ist krisenresistent!

„Selbst wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, 

ich würde heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, 

hat M. Luther einmal gesagt …

Das kann jemand nur sagen, wenn er Jesus hat 

und Jesus ihn hat. 

 

 

(4.) Zu Schön um wahr zu sein?!

 

Mit dieser bekannten Weihnachtsgeschichte, liebe Gemeinde, 

geht es aber vielen so wie mit den Märchen. 

Da wird ein Kind geboren in diese böse Welt 

und am Ende - wird alles gut. 

So ist es zum Beispiel bei Schneewittchen, 

die durch den Prinzen wach geküsst 

und damit wieder in das Leben zurück geholt wird. 

Alles wird gut …

 

Ist Jesus der Märchenprinz Gottes, 

der in diese böse Welt kam und alles wird gut?

 

Eine schöne Geschichte für die Kinder und zur Erinnerung an 

die Kindheit? Aber wer soll das wirklich glauben? 

„Christ, der Retter ist da!“

Zu schön um wahr zu sein!?

 

Und wenn er rettet, wovon rettet er uns?

Ist unsere Welt wirklich so böse, 

dass wir dieses große Drama der Liebe Gottes brauchen?

 

Komisch ist für viele Zeitgenossen, 

dass Jesus Sohn des ewigen Gottes sein soll. 

Und sie fragen: Wer hat denn den Sohn bei Gott gezeugt 

und dann geboren?

Gibt es auch eine Gottesmutter?

Schnell reden wir uns mit solchen Gedanken und Fragen heraus. 

 

Sicher wäre eine Umfrage zu Weihnachten in der 

Fußgängerzone in Pforzheim oder Karlsruhe sehr interessant. 

Wir könnten z. B. fragen: 

    - Sind Sie davon überzeugt, 

        dass eine Rettung der Menschheit nötig ist?

    - Glauben Sie, dass Sie ein unverbesserlicher Sünder sind?

    - Wäre es für Sie nötig gewesen, 

        dass Jesus als Gottessohn auf diese Erde kommt?

    - Kennen Sie Menschen, die eine Erlösung benötigen?

    - Ist die Weihnachtsgeschichte ein Märchen 

        oder so geschehen, wie sie in der Bibel steht?

 

Solche Frage bewegen die Menschen. 

Wir sollten sie aufnehmen. 

 

„Ich hab’ nichts gegen Jesus und die Kirche. 

Aber so manche Geschichten in der Bibel sind schon märchenhaft

und mehr für die Kinder als für mich ...“ 

Höre ich immer mal wieder. 

 

Vieles davon bekommen wir von den Medien gerade 

zu Weihnachten so serviert 

und viele vertrauen ihnen mehr als der Bibel. 

 

Völlig zu Unrecht übrigens, 

sind die „TV-Experten“ doch meistens gar keine 

und geht es oft schlicht um eine Story, bei der die Leute aufhorchen!

 

Aber wer nicht selber nachprüft, 

der glaubt solchen „Experten“ aufs Wort,

singt also zu Weihnachten „Christ, der Retter ist da!“ - 

und hält das Ganze doch für eine religiöse Beruhigungspille. 

 

Und nach dem „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind“ 

denken sich die Menschen, es sei alles gut. 

Und das Leben geht weiter wie bisher. 

 

Jeder denkt, nach eigener Façon selig werden zu können und 

richtet sein Leben nach dem eigenen Geschmack ein. 

Die Botschaft hat - außer Rührung - nichts bewirkt. 

Sie ist nicht persönlich geworden.

Hohle Weihnachten …

 

Andererseits sehen heute viele Menschen, 

dass wir den Himmel auf Erden nicht schaffen können, 

trotz großer wissenschaftlicher Erfolge und Marsforschung. 

Wir fliegen zu Planeten, analysieren unser Erbgut 

und spüren doch das flaue Gefühl:

Wer weiß, ob die Syrien-Krise nicht nur der Anfang ist?

  - Ob heute überhaupt noch eine Regierung das Heft

    in der Hand hat? Spielen sie nicht alle „Feuerwehr“?

  - Ist das Klimapapier von Paris auch das Papier

    wert, auf dem es steht? …

    

Es gibt so viele Gefahren, die diese Welt vollends ins

Chaos stürzen könnten. 

Und auch in dieser Weihnacht spüren viele Menschen 

Verlorenheit. 

 

Eine Erlösung aus dieser Verlorenheit ist für sie aber 

genauso fern - wie die Wirklichkeit - von einem Märchen. 

 

Märchen können verzaubern. Liebe auch. 

 

Der Zauber der Weihnachtsgeschichte aber, die kein Märchen ist, 

liegt in der Liebe zum Sohn Gottes 

und der unerklärlichen Liebe Gottes zu den verlorenen Menschen. 

Jeder Mensch ohne Jesus ist verloren. 

Und eine Welt ohne Jesus wird zunehmend orientierungsloser. 

Aber wir dürfen aufmerken …

 

Und wich will Sie ganz persönlich fragen: 

    - Haben Sie Platz für Jesus in Ihrem Leben? ( - ) 

    - Ich meine: Nicht als Randfigur, sondern als 

        Hausherr ihres Lebens? ( - ) 

 

In meinem Leben wird es dann Weihnachten, 

wenn ich Platz mache für Jesus 

und ER über mein Leben bestimmen darf. 

 

Wenn ich anfange, 

ganz konkret nach seinem Willen zu fragen 

und auf sein Wort höre. 

Wenn ich die Gemeinschaft mit anderen Christen pflege, 

im Gottesdienst, in der Gemeinde

und auch ganz privat, indem ich anfange selber in der Bibel 

zu lesen und zu beten. 

 

Weihnachten wird es da, 

wo sich für einen ganz konkreten Menschen 

der weite Weg von Jesus gelohnt hat. 

Wo er Platz gefunden hat. 

 

Wo im Abseits von Gott 

ein neuer Mensch geboren wird, 

wo die Liebe Gottes in diesem Kind 

einen Menschen überwältigt

und er von nun an Jesus ganz gehört.

 

Da hat sich der weite Weg von Jesus, 

sein erbärmlicher Start im Stall von Bethlehem gelohnt, 

wo ein Mensch sich aus seinem Abseits der Verlorenheit 

retten lässt - und zum Kind Gottes wird. 

Auch heute. 

Amen

 

Anmerkungen:

(1)    Mt 8,20

(2)    EG 37,4




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

21.11 - 21.11.2108
18:30 Uhr:
GD am Buß- und Bettag in Schwann mit Abendmahl (Pfarrer Manz)
Dienstag, 11.12.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Freitag, 14.12.2018
17:30 Uhr in Schwann:
Mädchenjungschar - Weihnachtsfeier
Sonntag, 16.12.2018
9:15 Uhr:
Gottesdienst in Dennach (Pfarrer Schwarze)
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer Schwarze)
Dienstag, 18.12.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Sonntag, 23.12.2018
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer Held)