2015-03-08

Predigt über Lukas 9,57-62 / Pfarrer Friedhelm Bühner

 

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, 

im Missionsbefehl der Bibel hat Jesus angeordnet, 

alle Völker zu seinen Jüngern zu machen. 

 

Er war die Hausaufgabe im Konfi-Unterricht!

Bringen wir das zusammen, ihn aufzusagen?

„Christus spricht: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel 

und auf Erden. 

Darum geht hin und macht zu Jüngern alle Völker

und tauft sie auf den Namen Gottes des Vater 

und des Sohnes und des Heiligen Geistes

und lehrt sie halten alles, was ich euch befohlen habe. 

Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

 

 

Es gilt also nicht, einfach nur passiv Mitglied einer Kirche zu sein. 

Gottes Segen, seine Vergebung und Hilfe, 

die kann man nicht nur konsumieren. 

Jesus - geht es - um Nachfolge! 

 

Wir sollen wie Jünger auf seine Worte hören

und danach leben. 

Und wir sollen für ihn Zeugen sein in dieser Welt.

Aber was ist Nachfolge?

 

Für die einen bedeutet Nachfolge tatsächlich, 

alles hinter sich zu lassen, 

um vielleicht in einem Slum in Manila 

oder in einem Missionskrankenhaus im Dschungel

den Menschen zu dienen. 

 

Aber auch alle anderen Jünger sind von der Berufung 

durch Jesus nicht ausgenommen: 

Sie sollen in ihrer Familie, in ihrem Beruf, in der Gemeinde

und im freiwilligen Einsatz als seine Jünger leben. 

 

In Predigttext für diesen Sonntag lernen wir drei Menschen kennen, 

die von Jesus zur Nachfolge herausgefordert sind. 

Aber bei jedem hat die Bereitschaft irgendeinen Haken. 

Schauen wir uns an, 

wie Jesus darauf reagiert!

 

Wir hören den Predigttext aus Lukas 9, die Verse 57-62:

„Vom Ernst der Nachfolge

57 Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will 

dir folgen, wohin du gehst. 58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse 

haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber 

der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. 59 Und er 

sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube 

mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. 60 Aber Jesus 

sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin 

und verkündige das Reich Gottes! 61 Und ein anderer sprach: Herr, ich 

will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme 

von denen, die in meinem Haus sind. 62 Jesus aber sprach zu ihm: Wer 

seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt 

für das Reich Gottes.“

 

 

Was heißt das?

 

1. Nachfolge hat ihren Preis. Überschlage die Kosten!

Der erste Kandidat meldet sich freiwillig:

Ich bin entschieden Jesus zu folgen!

Bedingungslos sogar:

„Ich will dir folgen, wohin du auch gehst!“

 

Was ihn zu diesem klaren „Ja“ gebracht hat, 

wissen wir nicht. 

Hat er sich Hoffnung gemacht auf eine gut dotierte Assistentenstelle

beim berühmten Rabbi von Nazareth?

Wollte er was von Jesus lernen, 

dem weit bekannten Wunderheiler?

Heilkunst kann sich ja schon lohnen, bis heute!

Die Leute wollen als gesund sein

und lange leben!

 

Wie dem auch sei, 

Jesus muss ihn hier enttäuschen. 

Bei ihm ist nichts zu holen. 

Jesus hat weder ein Bett noch ein eigenes Dach 

über dem Kopf. 

 

Er ist als Kind in einer geliehenen Krippe gelegen, 

er hat auf einem geliehenen Boot gepredigt, 

ist auf einem geliehenen Esel geritten

und ist am Ende in ein geliehenes Grab gelegen worden. 

 

Sicher, er hat seinen Nachfolgern versprochen, 

dass sie bekommen, was sie brauchen. 

Und am Ende werden sie bekennen: 

„Ich habe nie Mangel gehabt!“

Aber für Menschen, 

die es in diesem Leben möglichst weit bringen wollen, 

ist die Nachfolge nix!

 

Andererseits: Vielen von uns 

gönnt der Herr ein gemütliches Nest. 

Und es sind vielleicht auch „Füchse“ unter uns, 

deren Geschäft / Beruf eine Goldgrube ist. 

Dafür können Sie dann dankbar sein

und ihren Besitz mit anderen teilen

beziehungsweise - Jesus zur Verfügung stellen. 

 

Aber Nachfolge kann auch richtig teuer werden. 

Der Preis reicht von mildem Spott der Umgebung

bis hin zum Verlust von Haus und Hof

wie bei vielen Christen, die aus dem Irak und Syrien 

flüchten müssen. 

Im Extremfall kann die Treue zu Jesus das Leben kosten. 

 

Jesus hat selber dazu aufgefordert, 

die Kosten vorher zu überschlagen

(Ich sage das auch ganz bewusst euch Konfirmanden

und denen unter euch, die getauft werden wollen.

Jesus sagt auch euch: 

Nachfolge hat ihren Preis. Überschlage die Kosten!)

28 Denn wer ist unter euch, der einen Turm bauen will 

und setzt sich nicht zuvor hin und überschlägt die Kosten, 

ob er genug habe, um es auszuführen, - 29 damit nicht, 

wenn er den Grund gelegt hat und kann's nicht ausführen, 

alle, die es sehen, anfangen, über ihn zu spotten, 30 und 

sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und 

kann's nicht ausführen? 31 Oder welcher König will sich auf 

einen Krieg einlassen gegen einen andern König und setzt 

sich nicht zuvor hin und hält Rat, ob er mit zehntausend dem 

begegnen kann, der über ihn kommt mit zwanzigtausend? 

32 Wenn nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange 

der noch fern ist, und bittet um Frieden. 33 So auch jeder 

unter euch, der sich nicht lossagt von allem, was er hat, der 

kann nicht mein Jünger sein.“ (Lk 14,28-33)

 

Jesus nachfolgen ist also nix für Leute, 

die in diesem Leben problemfrei und abgesichert leben wollen

oder die auf Einfluss und Besitz aus sind. 

 

Stellen wir uns also die Frage: 

Warum will ich / warum willst Du Jesus folgen? ( - ) 

 

Ich will Jesus folgen, 

weil ich meine Schuld bei ihm los werde, 

weil ich mit ihm ein sinnvolles und erfülltes Leben habe

und einmal in Gottes Reich dabei sein will.

Und - weil Jesus der einzige Weg zu diesem Ziel ist!

Und dieses Ziel - ist wirklich - jeden Preis und jedes Opfer wert!

 

Ein zweites gibt uns Jesus heute mit:

 

 

2. Nachfolge geht vor. Setze Prioritäten!

Immer wieder erlebe ich, wie Menschen stöhnen. 

Nicht unter Schmerzen, 

sondern weil sie zu viel - gleichzeitig machen wollen.
Sie wollen Familie und Beruf, 

im geliebten Sportverein nicht fehlen, 

ein Musikinstrument erlernen, 

mit Freunden unterwegs sein, die Nacht zum Tag machen,

den nächsten Urlaub planen … und … auch irgendwie

Christ sein. Manche sogar im Sinne von Jesus: Ihm nachfolgen.

 

Aber sie stöhnen laut oder leise. 

Und was fällt lebenspraktisch oft „hinten runter“? ( - ) 

Es ist die Zeit für Jesus, 

für die Gemeinde, für die Mitarbeit in seinem Reich, 

fürs Bibellesen und Beten.

 

Wir können nicht alles gleichzeitig tun. 

Trotz iPhone und viel Technik. 

Ohne Prioritäten verzetteln wir uns, 

verlieren das Wichtigste aus dem Sinn!

 

 

Der zweite Anwärter in unserem Predigttext 

wird von Jesus berufen: „Folge mir nach!“

Und der ist auch nicht abgeneigt -, 

doch leider nur eingeschränkt verfügbar: 

„Lass mich erst noch meinen Vater begraben!“

 

Wahrscheinlich hat der alte Vater noch gelebt. 

Es würde ihm jetzt das Herz brechen, 

wenn der Sohn als Jünger von Jesus mitgehen würde. 

Aber wenn er eines Tages tot ist, 

dann - kann der Sohn das Erbe antreten und 

dann - ungehindert Jesus nachfolgen.

 

Auch heute gibt es alte Eltern, 

die sich damit schwer tun, wenn ihre Kinder im Glauben 

andere Wege gehen als es ihnen recht ist

und die Druck machen, 

wenn ein Kind z. B. konfirmiert und getauft werden will, 

oder in die Mission gehen will - anstatt - eine einkömmliche Ausbildung

zu machen und in der Nähe zu bleiben. 

Eltern, die es nicht gerne sehen, 

wenn ihr Kind im Beruf den Schwerpunkt mehr auf das

Dienen als auf das Verdienen legt. 

Dann argumentieren sie vielleicht sogar mit dem 4. Gebot: 

„Du sollst Vater und Mutter ehren …!“

Aber was heißt das?

 

Jesus hat dieses Gebot hoch gehalten!

Aber im Ernstfall will er trotzdem eine klare Entscheidung

zu seinen Gunsten: „Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich, 

ist meiner nicht wert.“ 

Und auch hier stellt er klar: 

Die Nachfolge hat immer Vorrang - sogar gegenüber der Familie. 

Ganz grob antwortet er dem Mann:

„Lass die Toten ihre Toten begraben;

du aber gehe hin und verkündige das Reich Gottes“ (9,60).

 

Was will er mit diesen so bös’ klingenden Worten sagen?

 

Die Trauerbräuche damals waren andere als heute. 

Man hat nicht dezent getrauert, 

sondern seine Kleider zerrissen und losgebrüllt, 

begleitet von Flötenspielern und Klagefrauen. 

 

Paulus dagegen fordert die Christen einmal auf, 

gerade nicht - so zu trauern - wie solche Menschen, 

die keine Hoffnung haben (1. These 4,13). 

 

Denn Christen haben eine Hoffnung, die ihr Leben bestimmt!

Wer mit Jesus lebt, der hat das ewige Leben!

Und wer ohne ihn lebt, ist schon zu Lebzeiten tot. ( - ) 

 

Der größte Dienst, 

den wir anderen Menschen also erweisen können,

ist nicht, Blumen auf ihre Gräber zu legen, 

sondern ihnen zu Lebzeiten das Evangelium zu sagen, 

damit auch sie zum Ewigen Leben finden. 

 

Nicht, dass wir uns mit einem schönen Begräbnis

von unseren Leben verabschieden, ist wichtig, 

sondern dass wir sie im ewigen Leben wiedersehen!

Und das ist nicht der Normalfall. 

 

Deshalb betont Jesus …

 

3. Nachfolge ist dringend. Behalte das Ziel im Blick!

Der dritte Mann ist bereit, Jesus nachzufolgen. 

Aber - er hätte gern - einen Aufschub. 

Zuerst will er von seiner Familie Abschied nehmen, 

wahrscheinlich mit einem Fest. 

 

Eine neue Stelle antreten

und schon am ersten Tag um Urlaub zu bitten, 

das kommt nicht gut an!

Aber genau das macht der Mann. 

 

Er will mit Jesus gehen. 

Aber er hängt auch an seinem alten Leben, 

der Abschied fällt ihm so schwer. 

Und deshalb - bezeichnet ihn Jesus als ungeeignet: 

„Wer seine Hand an den Pflug legt und schaut zurück, 

der ist nicht geschickt für das Reich Gottes“ (V62b).

 

Wer beim Pflügen mit dem Ochsen 

nicht auf die Spur schaut, 

sondern sich sehnsüchtig nach dem Frühstückstisch umschaut, 

nach seinen „Lieben“, den alten Freunden, 

dem Verein, den Kumpels, 

der kriegt krumme Furchen. 

Oder - in der Sprache der „Volxbibel“: 

„Wer beim Mopedfahren nach hinten schaut, 

der knallt an einen Baum.“

 

Wer Christ wird, beginnt ein neues Leben. 

Früher - hat er nach eigenen - Wünschen und Vorstellungen gelebt, 

jetzt aber zählt der Wille Gottes. 

 

Früher hat mich der Egoismus gelenkt, 

jetzt geht es um die Liebe zu Gott und zum Nächsten. 

 

Früher habe ich mich selber „ganz ok“ gefunden, 

jetzt lebe ich von Vergebung. 

 

Christ zu werden fängt mit einer klaren Bekehrung an. 

Damit, dass man sich entschlossen vom Alten abwendet. 

Und nicht damit, 

dass man sich nochmal wehmütig nach dem Alten umschaut. 

Das sagt uns Jesus hier mit.

 

Ein Abschiedsfest vom alten Leben ist Unfug. 

In der Bibel ist nur von einem Fest die Rede: 

Von den Engeln im Himmel, die feiern, 

wenn ein Sünder Buße tut. 

 

Wir sollen uns ohne Verbiegungen vom alten Leben abwenden, 

das neue Ziel in den Blick nehmen

und Jesus nachfolgen. 

 

Wer das aufschieben will

oder nicht bereit ist, 

mit Jesus ganze Sache zu machen, 

der ist für das Reich Gottes nicht geeignet. 

 

Ich nenne die drei „Kandidaten“ noch einmal:

Da meldet sich einer als Jünger - hat aber - falsche Erwartungen. 

Einen zweiten beruft Jesus -, der sucht aber Ausflüchte. 

Ein Dritter meldet sich von sich aus -, 

stellt aber Bedingungen. 

 

Falsche Erwartungen, Ausflüchte, Bedingungen … was 

den Glauben angeht. 

 

Jesus aber sucht Menschen, 

die jetzt - und hier - und ganz -

mit ihm leben. 

 

Menschen, die das Stöhnen aufgeben, 

weil sie Jesus die erste Priorität im Leben geben!.

Und sich von nichts und niemand davon abhalten lassen.

Amen

 

 

 

(Ich danke Pfr. Th. Hilsberg für seine Vorarbeiten zu diesem Predigttext!)

 

 

 




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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