2015-01-25 mit Ensemble VARIOTONO

Predigt über Matthäus 17,1-9 / Pfarrer Friedhelm Bühner

 

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, 

 

ein kleines Experiment zum Anfang. 

Ich stimme einen kurzen Liedvers     an uns bitte euch, 

ihn einfach weiterzusingen: „So ein Tag … [so wunderschön

wie heute, so ein Tag, der sollte nie vergehn!]

 

Wann habt ihr das zum letzten Mal gesungen?

Oder wenigstens gedacht?

Und bei welchem Anlass war das?

 

Vielleicht bei einer schönen, gelungenen Feier - einem 

Geburtstag oder einem Ehejubiläum. 

Einer Zeit zusammen mit lieben Leuten: der Familie, guten Freunden …

Oder ist das Lied angestimmt worden am Ende eines

tollen Ausflugs, an dem gut gegessen und viel gelacht worden ist?!

 

Vielleicht ist der schöne Moment auch schon in Vergessenheit

geraten und wir erinnern uns nur noch dunkel: 

Da war irgendwas Wunderbares, 

ein wunderschöner Tag - und damals habe ich mir gewünscht, 

dass er nie zu Ende geht.

 

Hätte es das Lied damals schon gegeben -, 

ich glaube -, Petrus hätte es angestimmt. 

So beeindruckt, so erfüllt war er!

Dabei war’s in den Tagen davor ganz schön heftig zugegangen, 

ein Auf und Nieder der Gefühle. 

 

Jesus hat und ihn und die Jünger gefragt: „Für wen halten mich 

die Leute eigentlich?“

Und dann hat er nachgehakt: „Und ihr? 

Für wen haltet ihr mich?“

 

Und er, Petrus, hat voller Klarheit und Überzeugung geantwortet: 

„Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“

 

Jesus hatte ihn gelobt oder besser gesagt selig gepriesen:

„Selig bist du, Simon, 

denn das hat dir der Vater im Himmel geoffenbart.“

 

Und dann hat er ihm eine unglaubliche Zusage gegeben:

„Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde

bauen!“

Wie hat ihm das doch gut getan, 

auch wenn er die Zusage noch nicht ganz verstanden hat. 

 

Aber dann hat Jesus angefangen, 

von seinem Leiden zu reden

und dass man ihn töten würde

und dass er am dritten Tag auferstehen würde. 

Aber - das konnte doch nicht sein!

Der Sohn des lebendigen Gottes würde doch nicht leiden müssen! 

 

Deshalb hat Petrus Jesus auf die Seite genommen 

und gesagt: „Das soll nicht mit dir passieren!“

Und Jesus hat sich daraufhin umgedreht 

und ihm schroff ins Gesicht geantwortet:

„Geh weg von mir, Satan!

Du bist mir ein Ärgernis; 

denn du meinst nicht, was göttlich, 

sondern was menschlich ist!“ 

 

Da sind Petrus die Knie weich geworden und er hat

befürchtet: „Jetzt hab’ ich mir’s mit Jesus aber verscherzt!?“

Doch  dann passiert folgendes: 

 

Ich lese aus dem Matthäus-Evangelium, Kapitel 17, die Verse 1-9

„1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und 

Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein 

auf einen hohen Berg. 2 Und er wurde verklärt vor ihnen, und 

sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden 

weiß wie das Licht. 3 Und siehe, da erschienen ihnen Mose und 

Elia; die redeten mit ihm. 4 Petrus aber fing an und sprach zu 

Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten 

bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. 5 Als er noch so redete, 

siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine 

Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an 

dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! 6 Als das die 

Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. 

7 Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und 

fürchtet euch nicht! 8 Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie 

niemand als Jesus allein. 9 Und als sie vom Berge hinabgingen, 

gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung 

niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten aufer-

standen ist.“

 

 

Gott bestätigt Jesus

 

Jesus hat Petrus nicht abgeschrieben. 

Im Gegenteil: Nach gut einer Woche gewährt er ihm ein 

Erlebnis der ganz besonderen Art, 

sagen wir … der göttlichen Art:

Petrus darf zusammen mit Jakobus und Johannes

mit eigenen Augen sehen, wie sein Meister in grelles, göttliches

Licht verwandelt wird. 

 

Weil Petrus kein Smartphone und auch keine Digi-Cam hatte, 

um diese göttliche Offenbarung aufzunehmen, 

will er drei Hütten bauen - vielleicht zur Erinnerung. 

 

Aber da ertönt die Stimme des Allmächtigen. 

Ihre Wucht wirft die Jünger auf den Boden. 

 

Gott macht der himmlischen und der irdischen Welt unmiss-

verständlich klar: „Jesus ist mein geliebter Sohn. 

Ich stehe voll und ganz zu ihm. 

Auch, wenn er leiden muss. 

Auch, wenn alle meinen werden, ich habe ihn verlassen. 

Er ist und bleibt mein geliebter Sohn. 

Hört auf ihn! Vertraut auf ihn!

Er ist die Sonne, die euch Heil und Leben bringt!“

 

Die Bestätigung Gottes hebt Jesus jetzt aber nicht -

mit Glanz und Gloria - in andere himmlische Sphären. 

Der „geliebte Sohn“ bleibt keine verklärte Figur hoch oben 

auf dem Berg - wie die Christus-Erlöser-Statue auf dem Zuckerhut

in Rio de Janeiro. 

 

Nein, Jesus bleibt ganz bei den Seinen. 

 

In drei kurzen Punkten will ich uns zeigen, 

wie gut er zu uns ist: 

 

1. Jesus richtet auf

Er berührt seine auf dem Boden kauernden Jünger.

In seiner unvergleichlich gütigen Art nimmt er ihnen ihre

Angst und Scham - vor Gott - und der eigenen Unzulänglichkeit. 

Er richtet sie wieder auf. 

 

Und das tut er auch heute noch, 

mit mir und mit dir!

Jesus richtet auf - er drückt nicht zu Boden

und er lässt keinen am Boden liegen, 

der ihm gehört, 

der sich nach ihm ausstreckt!

 

Ein Christ muss sich - durch Jesus - nicht einmal vor dem 

Allmächtigen Gott fürchten!

Und wenn das so ist, ja vor wem sollte sich dann

ein Christ noch fürchten müssen? 

Wer durch Jesus - zum himmlischen Vater - gefunden hat, 

braucht sich vor nichts und niemand mehr fürchten! 

Menschen, die einem übel mitspielen, 

Zurücksetzungen, Krankheit, ja sogar der eigene Tod, 

sie verlieren ihren Schrecken - durch Jesus Christus! 

 

Dieser Jesus - richtet - die Seinen auf (nicht ab, nicht zugrunde …), 

damit sie aufrecht und frei ins Leben gehen. 

Sie brauchen nicht ständig gebückt herumlaufen

aus Angst, etwas falsch zu machen - oder weil sie meinen, 

das sei besonders demütig. 

 

Christus gehören und nachfolgen heißt: 

„Steht auf und fürchtet euch nicht! 

Wie wunderbar!“ 

 

 

2. Jesus bleibt dabei

Als die Jünger aufschauen, ist der ganze „Spuk“ vorbei. 

War alles nur Einbildung, nur ein Traum? ( - ) 

Das haben sich Petrus, Jakobus und Johannes 

vielleicht gefragt. 

 

Was bleibt - von der wunderbaren Erfahrung -, 

diesem wunderbaren Tag, der nie vergehen sollte? 

 

Die Antwort könnte nicht klarer sein (V8): Jesus allein!  

Wenn alles vergeht -, er bleibt!  

Wenn die Zweifel kommen - und die Glaubenserfahrungen gehen -

Jesus bleibt!

Wenn besondere Offenbarungen oder Erlebnisse in unserem 

Leben ausbleiben - Jesus bleibt! - Er allein!

 

Je mehr wir das bewusst wahrnehmen

und festhalten - aus Gottes Wort -, weil es da steht, 

je weniger anfällig sind wir, 

wenn unsere Gefühle und Stimmungen mit uns Achterbahn fahren. 

 

Jesus bleibt dabei!

 

Er geht mit den Jüngern wieder runter vom Berg - hinein in 

den Alltag, in den Stress und in die Probleme. 

Jesus bleibt bei dir. 

Wer mehr will -, wird enttäuscht. 

Denn: Jesus reicht. 

Im Leben, im Leiden und im Sterben. 

 

Denn …

 

3. Jesus gibt genug

Vielleicht fragt sich jetzt der eine oder andere: 

Wieso dürfen eigentlich nur drei der 12 Jünger mit auf den Berg?

Warum müssen die anderen unten bleiben?

Oder weiter gedacht: 

Wieso erlebe ich - Jesus nicht so - wie andere Christen? 

Wieso scheint er mit manchen Leuten - mehr - zu unternehmen und

mit manchen weniger? 

 

Ganz sicher waren Petrus, Jakobus und Johannes

nicht wichtiger und nicht besser als die anderen Jünger. 

 

Kein Christ ist mehr oder weniger wichtig als ein anderer Christ. 

Aber Jesus weiß, dass diese drei Männer besonders 

für ihn leiden werden. 

Er sagt es ihnen sogar voraus, 

hat gewusst, was sie brauchen um ihm treu zu bleiben. 

 

Deshalb will ich darauf vertrauen, 

dass er jeden, der ihm nachfolgt, mit den Erfahrungen ausstattet, 

die er braucht, um im Glauben an ihn zu bestehen. 

 

Es gibt keinen Grund zum Beneiden oder Vergleichen, 

sondern allen Grund auf ihn zu vertrauen. 

Auf Jesus allein!

 

Wenn uns das aufgeht, können wir es noch viel öfter singen:

„So ein Tag … so wunderschön wie heute, 

so ein Tag, der sollte nie vergehn!“

Amen

 

(Ich danke Pfarrer Chr. Lehmann, Tübingen, für seine Vorarbeiten zu diesem Predigttext!)




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

21.11 - 21.11.2108
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