2013-05-09 Himmelfahrt

Predigt über Johannes 17,20-26 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören den Predigttext für das Fest Christi Himmelfahrt aus dem Johannes-Evangelium, Kapitel 17, die Verse 20-26:

 20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die 

durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 damit sie alle eins 

seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch 

sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 

22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir 

gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, 

23 ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und 

die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, 

wie du mich liebst. 24 Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die 

bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine 

Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich 

geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war. 25 Gerechter Vater, die 

Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich und diese haben erkannt, 

dass du mich gesandt hast. 26 Und ich habe ihnen deinen Namen 

kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich 

liebst, in ihnen sei und ich in ihnen."

 

 

 

 

Liebe Gemeinde, 

jetzt im Mai sehen wir wieder viele Cabriofahrer. 

Die Sonne lässt sie ihr Verdeck aufklappen

um den lauen Fahrtwind um sich pfeifen zu lassen. 

Da schaut so mancher Autofahrer nur neidvoll hinterher. 

 

Nun ist so ein Cabrio nicht billig, 

aber die eins haben, sagen sich eben: Da ist mir der Himmel 

zum Greifen nah!

 

Der Festtag Christi Himmelfahrt könnte dasselbe Motto haben: 

Da ist mir der Himmel zum Greifen nah. 

Aber unser Himmel ist dann doch noch etwas anderes: 

Er meint den Wohnort Gottes - und der - ist uns 

seit diesem Ereignis mit Jesus tatsächlich zum Greifen nah!

 

Himmelfahrt damals in Jerusalem (auf dem Ölberg), 

das war für die Jünger erst mal eine riesige Ernüchterung: 

Jesus verschwindet in den Wolken, 

die ganzen konkreten Erfahrungen mit ihm sind für immer 

Geschichte: 

- dass Thomas sich die durchbohrten Hände von
Jesus zeigen lassen durfte, 

- dass der Auferstandene sich nach seiner Auferstehung

noch einmal mit den Jüngern an einen Tisch gesetzt hat,
- dass er sie real begleitet und zurück geholt vom Heimweg hat
in den Tagen nach Ostern.

Das alles ist jetzt vorbei. 

40 Tage seit seiner Auferstehung konnten sie noch mit ihm reden
und viele Fragen loswerden. 

Aber jetzt nicht mehr. 

 

Wäre das jetzt alles, 

dann bräuchten wir heute am Himmelfahrtstag nun wirklich 

keinen Gottesdienst halten, wir könnten gleich den „Getränkewagen“

chartern und mit andern durch die Lande ziehen. 

Denn einfach ein nostalgisches Gedenken -, 

also ich - bräuchte das nicht!

 

Doch gottlob, Himmelfahrt ist mehr, viel mehr!

„Der Himmel ist zum Greifen nah!“

Und zwar noch weit mehr für uns - als für die Cabriofahrer!

„Der Himmel ist zum Greifen nah!“, 

weil denen, die mit Jesus in Verbindung stehen, 

der Himmel jetzt offen steht, 

mehr und konkreter als je zuvor!

 

Was bringt‘s? 

 

Darauf kriegen wir in diesem Bibelwort (etwas verklausuliert)

drei Antworten: 

 

  1. Der offene Himmel bringt das Ende der Einsamkeit

Wir haben einen Ausschnitt aus dem sogen. „Hohepriesterlichen 

Gebet“ von Jesus vor uns. 

Direkt vor seinem Leiden und Sterben schaut Jesus

betend voraus auf die Zeit, in der seine Jünger (körperlich betrachtet) 

ohne ihn auskommen müssen. 

 

Wie gibt es da noch eine Verbindung?

Zwischen Jesus im Himmel und seinen Jüngern auf der Erde?

 

Das kleine Wörtchen „in“ gibt hier die Antwort: 

„Christus in uns“ und „wir in ihm“ (Vv21.23.25).

Dieses kleine Wörtchen „in“ - bündelt - wie in einem Brennglas, 

was seit Christi Himmelfahrt gilt: 

Jesus ist körperlich nicht mehr da, er ist beim Vater im Himmel, 

aber die sind trotzdem nicht einsam zurück geblieben. 

 

Himmelfahrt heißt: Jesus bleibt im konkreten Glauben mit seiner

Gemeinde verwachsen, wie die Rebe am Weinstock:

„Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht“ (Joh 15,5). 

 

Himmelfahrt zeigt uns: 

Das Unvorstellbare ist möglich, 

dass Jesus in einem Menschen ist

und dieser Mensch gleichzeitig in Jesus. 

 

So wie wenn Eisen in einem heißen Ofen zum Glühen gebracht wird: 

Auch dann gilt: Das Eisen ist im Feuer - und - Das Feuer ist im Eisen. 

Hat ein Mensch Christus als seinen HERRN angenommen, 

dann ist Jesus in ihm - und er ist in Jesus!

 

Ganz konkret wird das z. B., wenn ich morgen ein schwieriges

Gespräch erwarte. Da kann ich wissen: Ich rede da nicht allein, 

sondern Jesus in mir ist beteiligt. 

 

Oder, Du musst in einer Woche noch durch eine Prüfung, 

die Dein Herz schon mächtig in Wallung bringt, 

dann mach‘ Dir klar: Du gehst in diese Prüfung nicht nur als 

Mr. oder Mrs. X, sondern Jesus geht mit. 

ER überblickt das Ganze, ist schon da, 

bevor es richtig losgeht. 

 

Auch vor einem Krankenhausaufenthalt ist das so. 

Mit Jesus in Dir - bist Du in IHM - gehalten und geborgen. 

Ja überall: Ist Jesus in Dir, dann bist Du untrennbar 

mit ihm verbunden.

 

Was bringt Christi Himmelfahrt noch?

 

2.) Der offene Himmel bringt Einheit

Jesus bittet hier für seine Gemeinde: „damit sie alle

eins seien“ (V21). 

„Eins sein“, das ist der zweite Kernsatz bei Jesus. 

 

Sehen Sie, wenn Jesus in einem Menschen lebt und wirkt, 

dann bringt ihn das automatisch in Bewegung,
hin zu anderen Christen, die für ihn Geschwister sind. 

Und so entsteht Gemeinde. 

Nicht zu verwechseln mit Kirchtürmen ...

„Eins sein“ in diesem Sinne können nur Menschen, die 

in Jesus verbunden sind, deren Identität und Wesen ER

geworden ist. 

 

Und diese Einheit ist damals zuerst deutlich geworden, 

indem die Jünger nach Jerusalem zurück gegangen sind.

Und da heißt es von ihnen: „Sie waren aber stets zusammen

einmütig im Gebet“ (Apg 1,14). 

 

Das war die Erfüllung von dem, 

was Jesus von seinem Vater erbittet: 

Vier mal steht in unserem Bibelwort das Wort „eins“ ...

 

Was macht die Einheit der Gemeinde aus?

Was ist „Ökumene“ im Sinne von Jesus?

Hat Jesus damit wirklich gemeint, was heute viele denken:

Kirchenpolitik, Religions- und Vereinigungsgespräche ...?

 

Die Antwort steckt in der Fortsetzung der Bitte von Jesus:

„... damit sie eins seien, wie wir eins sind!“

 

Die Einheit der Gemeinde, echte Ökumene, 

geht über die geistliche Verbundenheit mit Jesus,

entsteht dort, wo Christen sich unter die Führung von 

Jesus stellen und sich nicht mehr selber führen wollen

(also auch nicht als Kirche oder Freikirche ihr eigenes

Süppchen kochen wollen). 

Die Einheit, die Jesus mit seinem Vater hat, 

die soll vorbildhaft auch für das Miteinander - unter Jesus 

Christus - sein!

 

Christen brauchen nicht eins sein im organisatorischen Sinn, 

sondern indem sie sich unter die Führung von Jesus stellen, 

unter sein Wort, 

indem sie organisch mit ihm verbunden sind.

 

Und wo das der Fall ist, finden sich Christen immer, 

über Konfessionsgrenzen hinweg. 

Sie werden zusammen ProChrist durchführen ...

und im Schülerbibelkreis diese Einheit mit Jesus leben ...

 

Da zeigt sich schon heute ein Stück „neue Schöpfung“, 

der offene Himmel -, mitten in einer Welt, die vergeht (obwohl

gerade die Natur wieder so toll aufblüht ...).

 

So eine Einheit können Menschen nicht „machen“.

Sie wächst automatisch, wo Menschen ganz aus Jesus leben

und ihn ehren wollen mit ihrem Leben. 

Die lebendige Verbindung zu Jesus Christus („Christus in mir“)

führt zusammen!

 

Das habe ich so oft als die schönste Bestätigung erlebt, 

dass der Glaube an Jesus Christus nicht „tot“ ist, 

sondern lebt aus dem lebendigen Jesus Christus heraus,

aus dessen Geist, der weg führt von uns (von Selbstgerechtigkeit,

menschlicher Eitelkeit, Eigenbrötelei, auch von kleinkariertem 

Kirchturmdenken - all das kann nur trennen,

aber „Christus in mir“ („dir“) -, das verbindet, 

das schafft Einheit.  

 

"Auf dass sie alle eins seien ..." in Jesus, 

das meint den offenen Himmel dieses Festtags heute

und ruft uns zum Miteinander in der Gemeinde auf: 

    • Gemeinsam Gottes Wort zu hören, es über alles zu stellen

und nach Gottes Willen leben,
- Miteinander an Gottes Reich zu bauen
und zusammen einzuladen,
- Zusammen mit Jesus unterwegs zu sein. 

 

 

Was bringt Christi Himmelfahrt noch?

Es bringt

 

3.) Den offenen Himmel in die Ewigkeit

Jesus bittet: „Vater, ich will, dass wo ich bin, 

auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast“ (V24).

 

Gesund zu leben ist heute das mega Thema!

Alle wollen fit bleiben bis sie 100 sind ...

Klar, das ist irgendwie verständlich. 

Aber auch wer mit 80 noch den „Panoramalauf“ schafft, 

wird einmal schwach werden. 

Jetzt gerade blühen die Obstbäume, die Wiesen sind eine

Augenweide: Aber wir alle wissen: Der Herbst kommt, 

das heute frisch-grüne Laub wird schon bald fallen. 

 

Was wird am Ende unseres Lebens stehen?

 

Unser Bibelwort heute gibt eine klare Antwort: 

Am Ende - steht - der HERR. 

Wer jetzt an Jesus glaubt, wird dann bei ihm sein. 

 

Mit der Himmelfahrt ist der den Weg vorausgegangen, 

den er einmal alle die führen wird, die zu ihm gehören. 

Der Himmel ist offen. 

Der Weg dorthin ist frei. 

Der Himmel ist zum Greifen nah. 

 

Darin liegt die wichtige Frage: 

Gehöre ich zum Auferstandenen?

Lebt Christus in mir?

Dann gehört mir auch nach meinem letzten Atemzug die Ewigkeit

mit Christus. 

 

Gehöre ich ihm noch nicht wirklich, 

dann darf ich ihn einladen. 

Amen.

 




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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