2010-07-11

Predigt über Römer 6,3-11 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören den Predigttext für diesen Sonntag aus dem Römer-

brief des Apostels Paulus, Kapitel 6, die Verse 3-11:

„Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft

sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben

durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von 

den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem 

neuen Leben wandeln.

Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind

in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich 

sein. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist,

damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der 

Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von 

der Sünde. Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass

wir auch mit ihm leben werden und wissen, dass Christus, von den 

Toten auferweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über ihn nicht

herrschen. Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben

ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er Gott. 

So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt

Gott in Christus Jesus.

Liebe Gemeinde, 

wir haben heute im Gottesdienst die kleine Marleen Sophie getauft. 

Sie ist noch ein kleines Kind  und außer dem Wasser und der ungewohnten

Umgebung dürfte sie wohl kaum etwas von ihrer Taufe mitbekommen

haben. Es waren die Eltern und Paten, die diese Taufe wollten. 

Sie haben erklärt: Wir wollen dieses Kind bewusst im christlichen 

Glauben erziehen. Es soll einmal zu eigenem Glauben finden. 

Genau hier beginnt eine große Unsicherheit heute. 

Passt diese Taufpraxis denn zur biblischen Sicht? 

An keiner Stelle im Neuen Testament kann man sicher sagen, 

dass damals schon Kleinkinder getauft wurden (Allerdings steht 

auch nirgends, dass die Kindertaufe verboten sei). 

Wie ist das also mit der Taufe? Wäre es nicht richtiger, 

erst dann zu taufen, wenn jemand einen bewussten Schritt

in die Nachfolge bezeugen kann? (Paulus schreibt doch, „dass wir

in Jesu Tod hinein getauft werden“ und „nun in einem neuen Leben

wandeln sollen“!)  Kommt da nicht einzig die Erwachsenentaufe 

in Frage? 

Viele evang. Freikirchen sind über diesen strittigen Punkt enstanden!, 

zum Beispiel die Baptisten und die Freien Evangelischen Gemeinden!

Die Tauf-Unsicherheit nimmt heute zu!

So kommen manche aus einer volkskirchlichen Situation (als Kind

getauft) erst in anderen Kirchen zu einem bewussten Glauben - 

und haben nun starke Zweifel daran, ob es denn richtig sein kann, 

Kinder zu taufen, die danach (wie sie es erlebt haben) nicht weiter 

geführt  wurden in Richtung auf einen eigenen persönlichen Glauben! 

Das ist ein großes Problem heute, dass dem Versprechen der

Eltern so wenig Taten folgen! 

Ist damit die Kindertaufe nicht eine „billige Gnade“, ein ungedeckter

Scheck, der die Menschen in die Irre führt? 

Oder eine Handlung, die sie zumindest auf halbem Wege stehen lässt, 

aber trotzdem so tut, als sei hier schon jemand „Christ“!? 

Anhand von drei Grundfragen, die uns dieser Predigttext nahelegt, 

will ich eine Antwort versuchen. Dabei muss die erste Frage sein: 

1.) Was ist das Fundament der Taufe?

2.) Auf wen kommt es an bei der Taufe? (und)

3.) Welche Rolle spielen Umkehr und Glaube? 

Was ist das Fundament der Taufe? (1.)

Liebe Gemeinde, das Fundament der Taufe ist, dass Jesus durch 

seinen stellvertretenden Tod am Kreuz - alle Menschen erlöst hat.  

Deshalb taufen wir auch immer „auf diesen Tod Jesu“ hin. 

Und die Taufe hat keinen anderen Grund als dass jeder  Mensch 

hineingenommen werden soll in die Wirkung des Todes Jesu: 

Dass nämlich wir alle aus dem Tod der Sünde (und d.h. der Gottferne, 

dem Zustand der Unannehmbarkeit), in dem wir uns von Anfang an 

befinden, auferstehen dürfen zu einem neuen Leben in und mit Christus!

(Von da aus stellt sich nun die zweite Frage:

Auf wen kommt es dann eigentlich an bei der Taufe (auf den Täufling, 

auf den, der tauft oder auf den, der die Taufe befohlen hat)? (2.) 

Die Antwort: Bei der Taufe auf den Namen Jesu ist nicht der Täufer, 

sondern Jesus der Handelnde! Auch nicht der geistliche Zustand 

des Täuflings ist letzlich entscheidend! Es kommt darauf an, 

dass Jesus an ihm handelt! 

Wäre die Taufe womöglich sogar von der Würdigkeit oder dem Glauben 

dessen, der da tauft abhängig, kein Mensch, welcher Glaubensüber-

zeugung er auch ist, dürfte die Taufe vollziehen! 

Denn welcher Pfarrer oder Pastor kann und darf von sich sagen: 

„Ich bin würdig vor Gott?“ 

Es ist der Trost des Täufers, dass er nicht in seinem, sondern in 

Jesu Namen handelt!  

Das führt uns zum 3. und wichtigsten Punkt:

3.) Welche Rolle spielen denn Umkehr und Glaube? 

Der Taufvollzug an sich bewirkt nicht wie durch einen Zauber die 

Wiedergeburt!  Es ist ein ganz unchristlicher Aberglaube, wer das 

annimmt. Doch gab es und gibt es diese Lehre quer durch alle

Jahrhunderte immer wieder, sowohl bei den Anhängern der 

Kindertaufe wie auch bei denen, die die Erwachsenentaufe vertreten:

Die Lehre von der sogen. „Taufwiedergeburt“. 

Immer wieder dann, wenn der Zusammenhang von biblischer Lehre 

und persönlicher Frömmigkeit verloren geht, kommt sie neu auf. 

Aber wer also meint und lehrt, allein der Vollzug der Taufe mache

einen Menschen bereits zum Christen, braucht sich nicht darüber zu 

wundern, dass die Folge solcher Lehre  gottlose und gottferne

Menschen sind (Menschen, die die Taufe als „kirchlichen Service“ ver-

stehen um dann in der nächsten oder übernächsten Generation 

vielleicht ganz auszutreten). Denn sie haben den inneren 

Zusammenhang von Taufe und Glaube, von Taufe und bewusster

Umkehr nie verstanden.

Soviel wir unserer Bibel entnehmen können, geschieht bei der 

Taufe folgendes: Der Täufling wird bei seiner Taufe in den Macht-

bereich des Kreuzes und damit der Gnade Christi gestellt. 

In manchen Kirchen segnet man den Täufling deshalb auch 

mit dem Zeichen des Kreuzes. 

Dem Täufling wird in jedem Fall die Hand aufgelegt. Zum Zeichen, 

dafür, dass dieser Täufling von jetzt an im Machtbereich des Kreuzes

stehen soll.  

Bekehrung und Wiedergeburt sind also keine Vorbedingungen der 

Taufe!  Wenn jemand vor seiner Taufe zum Glauben kommt, 

ist das natürlich eine großartige Sache! 

Es kommt jedoch nicht auf das Vor oder Danach an, sondern darauf, 

dass sich ein Mensch sich im Verlauf seines Lebens überhaupt 

zur Umkehr zu Gott entscheidet! 

Umkehr und Glaube ist die Antwort auf Jesu Handeln am Kreuz!

Und auf die kommt es an! Oder alle Sakramente der Kirche gehen 

ins Leere.

In der Taufe bekommt ein Mensch Anteil an Jesu Tod. 

Aber sie nimmt das kommende Heil nicht vorweg. 

Sondern: Die Auferstehung ist für den Glaubenden noch Zukunft.  

Und wir beten deshalb bei jeder Taufe für den Täufling, dass der den 

Weg in die Nachfolge Jesu auch wirklich geht und der Sünde

in seinem Leben den Kampf ansagt. Das sind alles Schritte, 

die überhaupt nicht selbstverständlich sind!

Die Taufkerze drückt das symbolisch aus: Jesus will dem Täufling 

das Licht des Lebens sein. 

Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft

sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben

durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von 

den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir - in einem 

neuen Leben wandeln ... (Röm 6,3ff).

In diesen Worten des Apostels Paulus steckt der ganze 

Spannungsbogen drin: Getauft in den Tod Jesu um auferweckt 

zu werden und in einem neuen Leben zu wandeln ...

Der Streit um die Kinder- oder Erwachsenentaufe führt immer 

auf ein Nebengleis! Denn ob die Reihenfolge nun Glaube und dann

Taufe heißt (wie in der klassischen Missionssituation) oder Taufe 

und dann Glaube (wie z.B. bei uns der Gemeinde), in beiden Fällen

ist das Wesentliche immer der Glaube!

Auf ihn kommt es an! (Weil es ...)

„Ohne Glauben unmöglich ist, Gott zu gefallen“,

wie es der Hebräerbrief der Bibel ausdrückt  (Hebr 11,6) und auch 

Jesus selbst es überdeutlich sagte: 

„wer da glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden, 

wer aber nicht glaubt, der wird verloren gehen ...“ (Mk 16,16). 

Auf die Taufe wird hier Bezug mehr genommen. 

Deshalb wird jede Taufe genau dann zur Glaubenstaufe, 

wenn sich ein Mensch durch seinen Glauben die Inhalte der

Taufe zu eigen macht. Wenn er begreift, wie unermesslich groß

die Liebe Gottes gewesen sein muss, dass Jesus für seine Schuld

ans Kreuz ging und er durch Umkehr ein Kind Gottes werden darf. 

Schon Paulus konnte schreiben: „Christus hat mich nicht gesandt

zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen ...“ (1. Kor 1,17), 

das Evangelium von Jesus Christus, „der uns von Gott gemacht ist

zur Weisheit und zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung“

(1. Kor 1,30). 

Um dieses großartige Geschehen geht es in der Taufe!

Allein auf Jesus Christus kommt es an!

Und von ihm kommt auch die wahre Erkenntnis unserer selbst, 

nämlich dass wir Sünder sind und seine Erlösung brauchen. 

Auf ihn sollten wir uns deshalb ausrichten und dafür beten und

einstehen, dass auch unsere Kinder an ihn als HERRN und Heiland

glauben. Amen

(Die Predigt von Pfarrer Hermann Schwarze liegt leider nicht in digitaler Form vor)




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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