2010-04-25

Predigt über 1. Johannes 5,1-4 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören den Predigttext für den Sonntag Jubilate aus dem 1. Brief des

Apostels Johannes, Kapitel 5, die Verse 1-4:

„Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist -, der ist von Gott geboren;

und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von 

ihm geboren ist. 

Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott

lieben und seine Gebote halten. 

Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und

seine Gebote sind nicht schwer. 

Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; 

und unser Glaube - ist der Sieg -, der die Welt überwunden hat

Liebe Gemeinde, 

jeder Mensch glaubt an irgend etwas!

Ohne das könnte man überhaupt nicht leben. 

Und doch ist es entscheidend wichtig zu klären, an wen oder was 

man glaubt.  

Der Predigttext heute gibt uns eine knappe, aber alles entscheiden-

de, klare Antwort: Wer glaubt, dass Jesus der Christus, das heißt

der von Gott gesandte Retter ist, der ist von Gott geboren. 

Der ist eine neue Kreatur, wie es im Wochenspruch heißt (2. Kor 5,17):

„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; 

das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ 

Aber warum denn  - immer dieser Jesus? 

So fragen sich manche ...

Pfarrer Wilhelm Busch schreibt in seinem Buch „Variationen über ein 

Thema“ - unter der Überschrift „Der herrliche Vorwurf“, wie sich in 

seiner Essener Bergarbeitergemeinde zwei Männer auf der Straße

über ihn unterhalten. 

Da kommt er nämlich unerwartet vorbei und schnappt einige Gesprächs-

fetzen auf:

„Er ist ja sonst gar nicht so schlecht, unser Pfarrer, aber leider 

hat er einen Tick ... Er ist so schrecklich einseitig ... Bei all‘ seinen 

Predigten dreht sich alles um Jesus. 

Der scheint kein anderes Thema zu haben ...“ 

Wilhelm Busch hat sich über diesen ungewollt aufgeschnappten 

Vorwurf gefreut, denn genau das wollte er: ganz einseitig von Jesus

reden! 

Mit dieser Einstellung ernten wir allerdings nicht überall Beifall.

Genügt nicht ein irgendwie gearteter Glaube an „Gott“? 

Wozu brauchen wir Jesus? So denken viele Zeitgenossen.

Und gibt es nicht auch die anderen Religonsstifter wie zum Beispiel 

Buddha oder Mohammed?

Dürfen die nicht auch einen Teil der Wahrheit beanspruchen? 

Führen nicht viele Wege zu Gott? 

Nein, liebe Gemeinde, der Glaube an Jesus ist konkurrenzlos wichtig,

ja lebensnotwendig, weil Jesus einzigartig ist. 

Im Buddhismus oder Islam gibt es keinen Gottessohn. Christen 

glauben aber genau das: Dass der Mensch Jesus der Gekreuzigte aus

Nazareth der Christus, der Sohn Gottes, ist, der auferstand und 

unser Verhältnis zu Gott heilte und damit auch zu meinem Nächsten

und mir selbst. 

Ich kann mein Leben Jesus anvertrauen, weil er für meine Schuld

aufgekommen ist. 

Wer glaubt, traut diesem Versprechen von Jesus, dass die Altlasten 

seines Lebens nicht mehr bestehen vor Gott und dass wir neu 

anfangen können. 

Das Wort „Glauben“ hängt im Deutschen mit dem Wort „geloben“ zu-

sammen: Wer glaubt, gelobt sich, vertraut sich Jesus Christus an. 

Natürlich bedeutet glauben auch Höhen und Tiefen zu durchleben.

Da gibt es auch Zweifel, Unsicherheit und geringe Belastbarkeit. 

Da gibt es Konflikte mit dem eigenen Denken, den eigenen Wünschen 

und Vorstellungen. 

Aber bei Jesus finden wir Halt trotz unseres angefochtenen Glaubens.

Bei ihm ist ein Mensch gehalten trotz der Stürme des Lebens. 

Zu Jesus dürfen wir ehrlich sein und ihn bitten: „Ich glaube, hilf meinem

Unglauben!“ 

Auch das gehört zur Neugeburt aus dem Glauben!  

Ein Zweites steht in unserm Bibelwort heute: 

Wer glaubt, liebt Gott und seine Kinder! 

Die Liebe zu Gott und die geschwisterliche Liebe gehören unter

Christen immer zusammen.

Ist das so bei mir? 

Oder ist mein Glaube unglaubwürdig, weil ich zwar das Glaubens-

bekenntnis aufsagen kann, aber nicht in der Liebe zum Nächsten lebe? 

Glaube wird glaubwürdig, wenn ein Christ auch in schwierigen Situ-

ationen verständnisvoll und versöhnlich mit anderen umgeht. 

Die Liebe Gottes, aus der ein Christ lebt, will gelebt und weitergegeben

werden!

Wer glaubt, dreht sich nicht um das eigene Ich;

er sieht nicht weg, sondern er sieht - die Not des anderen. 

Glaube ohne Liebe ist kalt!

Und Glaube ohne Liebe erkältet die anderen!

Die Liebe von Jesus aber will mich erwärmen, sie will das verkümmerte, 

kalte Herz in Brand setzen - und in Bewegung setzen hin zum 

Nächsten! 

Ein Drittes gibt uns hier Johannes mit: 

Wer glaubt, hält Gottes Gebote. 

Im Predigttext heißt es: „Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder 

lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten ... und seine 

Gebote sind nicht schwer.“

Unsere Liebe wird konkret und bewährt sich, wenn wir Gottes Gebote

beachten und einhalten. Denken wir da zum Beispiel an die 10 Gebote, 

die Jesus ja in seinem Liebesgebot einmal zusammen gefasst hat: 

„Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch 

liebe“ (Joh 15,12).

Das Gebot ist also nicht nur Trennschranke, sondern eröffnet im 

Gehorsam den Weg der Liebe zum anderen.

Die  Gebote Gottes sind Anleitung zu konkreter Liebe.

Martin Luther erklärte deshalb zum Beispiel das 8. Gebot so: „Wir 

sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unseren Nächsten nicht 

fälschlich belügen, verraten oder Übles über ihn reden ...“. 

Damit ist das Gebot „Du sollst kein falsch Zeugnis reden ...“  klar 

und deutlich erklärt. 

Martin Luther aber legt noch einen drauf, wenn er ergänzt: „... sondern 

Du sollst ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum 

Besten kehren“.

Die Gebote sind also nicht einfach Verbote, die uns knechten wollen, 

sondern Leitlinien, die uns vor Schaden bewahren wollen. 

Gelingende Freiheit gibt es nur - in der Bindung an Gottes Gebote! 

Sie sind der Rahmen, damit sich mein Leben richtig entfalten kann

und ich ans Ziel kome. 

Denn Gott will, dass das neue Leben, das er einem Menschen im 

Glauben an Jesus schenkt, auch gelingt! 

Und Johannes fügt noch hinzu: „Gottes Gebote sind nicht schwer“. 

Was meint er damit? 

Er will damit sagen: Gottes Gebote sind deshalb nicht schwer zu 

erfüllen, weil Gott das, was er fordert, durch seinen Heiligen Geist

in seinen Jüngern selbst wirkt. 

Für Christen gibt es keine fremden, von außen aufgezwungenen

Gebote mehr -, sondern sie sind durch Gottes Geist in ihre Herzen

geschrieben. 

Und wo mir ein Auftrag Gottes dennoch schwer fällt, da gilt die

Verheißung Jesu: „Nehmt auf euch mein Joch ... Denn mein Joch ist 

sanft und meine Last ist leicht ...“ (Mt 11,29f).

Er sagt das, weil er selber mit unter das Joch und die Last geht - 

und mitträgt - und ich damit - nie allein gelassen bin. 

Ein Viertes und Letztes:

Wer glaubt, überwindet die Welt. 

Wir leben nun wirklich in einer bedrängten Welt, mit viel Angst und Not. 

Können wir diesen Satz dann wirklich mit Überzeugung mitsprechen:

„Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“? 

Ja -, ein Christ kann das wirklich! 

Allerdings ist mit seiner eigenen Kraft und seinem Willen überhaupt

nichts gewonnen!

Sondern auch Christen können diesen Satz nur dann mitsprechen, 

wenn sie sich an ihren Sieger Jesus Christus halten und wenn sie

nicht auf die eigene Glaubenskraft bauen, die Schwankungen

unterworfen bleibt. 

In jeder schwierigen Lage macht Jesus mir Mut, weil er sagt:  „In der 

Welt habt ihr Angst, aber ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,22).

Er hat schon gesiegt und überwunden! 

Und ich darf mich in meiner Bedrängnis an ihn halten. 

Ja, im Glauben komme ich auf dem Weg, den Jesus uns voraus ge-

gangen ist, nach. 

Weil Er - die Welt durch seinen Tod und seine Auferstehung über-

wunden hat, kann ich bei ihm getrost sein und bleiben! 

Wer  heute in irgendeiner schwierigen Lebenslage steckt - und im 

Glauben auf der Seite von Jesus steht, der hat allen Grund, 

getrost zu sein, braucht sich nicht klein machen lassen und 

muss nicht den Rückzug antreten! 

Er darf stattdessen getrost  und mutig hinschauen, mitdenken, 

mitfühlen, mithelfen, mitleiden. 

Denn Jesus gibt seinen Jüngern die Verheißung: In jeder noch so 

vertrackten Lebenslage bist du mit eingeschlossen in meinen Sieg.

Amen




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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