2010-04-05

 Predigt über 1. Kor 15,12-20 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören Gottes Wort für diesen Ostermontag aus 

1. Korinther 15, die Verse 12-20: 

„12 Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten 

auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt 

keine Auferstehung der Toten? 13 Gibt es keine Auferstehung 

der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. 14 Ist aber 

Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, 

so ist auch euer Glaube vergeblich. 15 Wir würden dann auch 

als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott 

bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht 

auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. 

16 Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus 

auch nicht auferstanden. 17 Ist Christus aber nicht auferstanden, 

so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; 

18 so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. 

19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir 

die elendesten unter allen Menschen.

20 Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als 

Erstling unter denen, die entschlafen sind.“

Liebe Gemeinde, 

es ist ein beliebtes Spiel für Kinder und für Erwachsene: 

Da werden Dominosteine in einer langen Reihe hintereinander 

sorgfältig aufgestellt. 

Und dann der Höhepunkt: Tippt man den ersten Stein an,

dann fällt die ganze Reihe um, ein Stein nach dem andern. 

So sagt es Paulus auch in unserem Text. 

Der erste Stein ist die Auferstehung Jesu Christi. 

Fällt dieser Stein um, dann fallen auch alle anderen Inhalte 

des Evangeliums. 

Deshalb unsere erste Überschrift heute morgen: Alles fällt. 

Dabei bleibt es aber nicht, sondern wir können 2. sagen: Einer steht

und 3. Wir werden auferstehen. 

(1.) Erstens: Alles fällt

Das ist die erschreckende Wirklichkeit für jeden Menschen: 

Wir fallen, wir vergehen im Tod. 

Unser Leben stürzt zusammen. 

Und keiner kann dem entgehen. So ist das. S

o gilt das für die ganze Welt, für die ganze Schöpfung. 

Das ist ja keine ferne Theorie. 

Der junge Mann, eben hat er sein Studium beendet. 

Er ist voller Ziele und Erwartungen, 

fährt mit seinem Motorrad für einige Tage in Urlaub. 

Dann passiert es, auf einer kurvigen Bergstraße: 

Ein Auto kommt ihm entgegen, 

er kann nicht mehr ausweichen, stürzt und ist auf der Stelle tot. 

Jeden Tag hören wir solche Nachrichten. Alles fällt. 

Im Nu stürzt alles zusammen. 

Da hinein spricht diese revolutionäre Botschaft des Evangeliums. 

Der Tod ist nicht das Letzte. 

Einer ist wiedergekommen aus dem Tod, Jesus Christus. 

An ihm hat der Tod keine Macht mehr. 

Er lebt ewig und sagt sogar: Wer mir vertraut bleibt nicht im Tod, 

sondern wird ewig leben.

Das ist der erste Stein in dieser Reihe, die zum ewigen Leben führt: 

Jesus ist auferstanden. 

Gilt das nicht, ist Jesus nicht auferstanden, dann ist alle Hoffnung aus. 

Dann werden auch wir nicht auferstehen. 

Dann hat tatsächlich der Tod das letzte Wort und wir stürzen endgültig. 

Paulus sagt weiter: Ist Christus nicht auferstanden, 

dann ist jede Predigt vergeblich, sinnlos. 

Schließlich sagen doch das ewige Leben an. 

Dann sollten wir lieber ein Seminar besuchen, etwa mit dem Titel: 

»Wie werde ich erfolgreich und selbstbewusst? 

Wie meistere ich meine Probleme?« 

Gibt es keine Ewigkeit, dann muss ich dieses Leben so erfolgreich 

wie möglich gestalten. 

Keine Auferstehung Jesu, für mich kein ewiges Leben. 

So fällt der dritte Stein.

Ist Jesus nicht auferstanden, dann fällt auch der vierte Stein, 

denn dann ist der christliche Glaube eine Täuschung, ein Schwindel. 

Ich brauche nicht zu beten. 

Wenn Jesus Christus nicht ewig lebt, dann hört mich niemand. 

Es hat keinen Sinn, einen Toten anzureden. 

So sagt die Frau zum Pfarrer beim Geburtstagsbesuch: »Ich kann leider 

sonntags nicht zum Gottesdienst kommen. Da besuche ich regelmäßig 

meinen Mann auf dem Friedhof.« 

Unser Glaube wäre ein Besuch auf dem Friedhof, Vertröstung, 

Selbsttäuschung.

Ist Jesus nicht auferstanden, dann sind alle, die das verkünden, 

falsche Zeugen, noch deutlicher: Lügner. 

Sie würden sich einen Gott ausdenken, den es gar nicht gibt. 

Zumindest einen Gott, der gegenüber dem Tod so machtlos wäre 

wie wir selber. 

Damit fällt der fünfte Stein, das Vertrauen auf einen Gott, der den 

Tod besiegt hat.

Ist Jesus nicht auferstanden, liebe Gemeinde, so setzt Paulus 

diese schlimme Reihe fort, dann gibt es auch keine Vergebung 

der Sünden. 

Deswegen ist doch Jesus am Kreuz gestorben, 

weil er für unsere Sünden sein Leben gibt. 

»Der Tod ist der Sünde Sold« sagt Paulus in Römer 6, Vers 23. 

Diesen Sold, den verdienten Lohn für mein kaputtes Leben, 

den bezahlt Jesus. Jetzt hat der Satan kein Recht mehr an uns.

 

Die Auferstehung von Jesus ist das unverzichtbare Siegel auf 

dem Schuldbrief unseres Lebens. 

Die Unterschrift Gottes, ja, deine Rechnung ist bezahlt. 

Du bist schuldenfrei durch meinen Sohn Jesus. 

»So seid ihr noch in euren Sünden«, ganz deutlich sagt das Paulus. 

Ohne Auferstehung keine Sündenvergebung. 

Da fällt der sechste Stein.

Ohne die Auferstehung Jesu Christi sind wir die »elendsten unter 

allen Menschen.« Man müsste Mitleid mit den Christen haben. 

Leute, die einer Lüge, Betrügern auf den Leim gegangen sind. 

Leute, die ihr ganzes Leben auf ein falsches Fundament bauen, 

die heißer Luft aufgesessen sind. 

Naivlinge, die am Ende reingelegt worden sind. 

So fällt die ganze Reihe des Evangeliums dahin. 

Mit unerbittlicher Deutlichkeit redet hier Paulus. 

Wer die Auferstehung Jesu Christi leugnet, der zerstört; 

er zerstört sich selbst und alle Hoffnung für uns Menschen.

Liebe Gemeinde, wie ein Posaunenton kommt jetzt das »Nun aber«. 

Gegen alle Leugnung der Auferstehung der Siegeston: »Nun aber 

ist Christus auferstanden von den Toten.« 

Der erste Stein in der Reihe des Glaubens und der Hoffnung 

steht felsenfest. Deshalb zum Zweiten:

(2.) Einer steht

Jesus Christus ist auferstanden. 

Das ist das Zeugnis einer langen Reihe von Zeugen. Und die steht. 

Da sind zuerst die Frauen. 

Sie hören am leeren Grab das Engelwort: »Was sucht ihr den 

Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.« 

Dann die Maria. Sie begegnet dem Auferstandenen. 

Die zehn Jünger hinter verrammelten Türen. 

Der auferstandene Jesus tritt in ihre Mitte. 

Die zwei völlig verstörten Jünger auf dem Weg nach Emmaus. 

Jesus kommt zu ihnen. 

Der zweifelnde Jünger Thomas, der sagt, wenn ich diesen 

Auferstandenen nicht leibhaftig sehe, kann ich’s nicht glauben. 

Ihm tritt der auferstandene Jesus entgegen. 

Schließlich Paulus selber, dem Jesus, der Auferstandene auf der 

Straße nach Damaskus in den Weg tritt. 

Eine lange Reihe von Zeugen. Die steht.

Diese Reihe bleibt stehen durch die Jahrhunderte, bis heute. 

Der Kirchenvater Augustinus: ihm begegnet der Auferstandene und 

verändert radikal sein Leben. 

Martin Luther, den Jesus Christus zum vollmächtigen Reformator 

seiner Kirche berufen hat. 

Ein Ludwig Hofacker etwa, der eindringliche Erweckungsprediger in 

Württemberg. 

Dietrich Bonhoeffer, der mutige Christuszeuge und Märtyrer in Nazi-

deutschland. 

Eine beeindruckende, Mut machende Reihe von Bekennern: Jesus 

Christus lebt, das bezeugen sie alle. 

Aber auch ein junger indischer Christ aus dem Bundesstaat Orissa. 

Im August 2008 hat er bei einem Gewaltausbruch fanatischer Hindus 

die Eltern und zwei Brüder verloren. 

Sie sind brutal umgebracht worden, nur weil sie Christen waren. 

Er sagt: »Sie können mir alles nehmen, aber ich vertraue Jesus. 

Ich weiß, dass er lebt und bei mir ist. Bei ihm im Himmel werde ich 

meine ganze Familie wieder sehen.« 

Ein feststehender Stein des Glaubens in dieser langen Reihe.

Liebe Gemeinde, Sie und ich, wir stehen mit in der Reihe der 

Zeugen für die Auferstehung Jesu Christi. 

Er lebt, das habe ich erfahren. 

Deswegen sind wir hier im Gottesdienst zusammen. 

Um das Wort des auferstandenen Jesus hören. 

Er spricht uns an. Er stärkt unseren Glauben. 

Er ermutigt uns zu einem befreiten Leben. 

Er tröstet uns in unseren Belastungen. 

Er entzündet uns zur gegenseitigen Liebe und er erneuert unsere Hoffnung, 

dass er unser Leben zum Ziel bringt. 

Das ist unsere Gewissheit: Wir fallen nicht endgültig zusammen im 

Sterben, sondern ER steht, und wir werden auferstehen. 

Deshalb zum Dritten:

(3.) Wir werden auferstehen

Christus ist der »Erstling« aus den Toten. 

Er ist der Erste, d. h. es gibt auch einen Zweiten, Dritten und so weiter. 

Schlimm wäre es, wenn Gott seinen Sohn Jesus auferweckt und dann 

gesagt hätte: »Ihr Menschen habt ihn getötet, habt ihn nicht gewollt. 

Ich nehme meinen Sohn wieder zu mir in den Himmel. 

Und ihr, geht doch unter in euren Sünden und eurem Ungehorsam.« 

Dann wäre die Auferstehung Jesu Christi die größte Katastrophen-

nachricht für die Menschheit, das endgültige Aus für alle Hoffnung.

Aber so ist es nicht, Gott sei Dank, liebe Gemeinde, 

Jesus Christus ist auferstanden. 

Dieser erste Stein – denken wir an unser Beispiel von den Domino-

steinen – steht unverbrüchlich fest. 

Das ist der zweite, feststehende Stein in der Reihe eines christlichen 

Lebens. Wir werden auferstehen. Er hat es uns fest zugesagt. 

Und Christen dürfen deutlich von ihrer Hoffnung auf das ewige 

Leben reden. 

Das ist keine Weltflucht, im Gegenteil, wer weiß, dass er in den 

Himmel kommt, der lebt ganz bewusst auf dieser Erde. 

Unser Glaube ist nicht weltfern, sondern ewigkeitsgegründet. 

Denn wer den Himmel sicher hat, der will schon diese Welt 

gerechter gestalten.

Christen leben in Frieden mit Gott. 

Sie wissen, dass ihre Schuld durch Jesus Christus bezahlt ist, 

dass ihre Sünden vergeben sind. 

Das ist der dritte Stein in einem Leben aus dem Glauben. 

Meine Vergangenheit ist durch Jesus Christus bereinigt. 

Deshalb lebe ich befreit in die Zukunft. 

Der Satan kommt zwar immer wieder und hält uns unsere Sünden vor. 

Da kannst Du sagen: „Ja, Satan du hast recht, das alles habe ich in 

meinem Leben kaputt gemacht. Aber ich habe Vergebung von Jesus 

erbeten. Geh’ mit meinen Sünden zu ihm. Er ist dafür zuständig.“

So kann das Vertauen von Christen immer mehr in das Vertrauen 

auf Jesus hineinwachsen. 

Das ist der vierte Stein in meinem Leben: Auch in schweren Tagen; 

auch in Notlagen und Sorgen. 

Ich vertraue darauf, dass mein Jesus mich hält und mir hilft. 

Ich bin dankbar für alle Hilfe, die er mir gibt in Krankheiten und auf

schwierigen Strecken, 

aber mein Fundament ist die Hoffnung auf die ewige Hilfe. 

Jesus wird mich aus dem Tod retten und zum ewigen Leben aufer-

wecken. 

Diese Reihe der Glaubens-Steine fällt nicht. 

Weil feststeht: »Nun aber ist Christus auferstanden«, wo das gilt, 

gibt es keinenEinsturz mehr.

Noch einmal zum Domino-Spiel. 

Wenn der erste Stein angestoßen wird, fällt die ganze Reihe unauf-

haltsam zusammen. Unaufhaltsam? 

Nein, eine Möglichkeit gibt es: Ich halte schnell meine Hand dazwischen, 

dann wird das Umfallen gestoppt. 

Gott hat durch Jesu Auferstehung seine Hand dazwischen gehalten. 

Die Linie des Todes ist ein für allemal gestoppt. 

Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten. 

Amen.




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

21.11 - 21.11.2108
18:30 Uhr:
GD am Buß- und Bettag in Schwann mit Abendmahl (Pfarrer Manz)
Sonntag, 16.12.2018
9:15 Uhr:
Gottesdienst in Dennach (Pfarrer Schwarze)
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer Schwarze)
Dienstag, 18.12.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Sonntag, 23.12.2018
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer Held)
Montag, 24.12.2018
15:15 Uhr:
Heiligabend-GD in Schwann mit Weihnachtsstück (Pfarrer Held)
16:30 Uhr:
Heiligabend-GD in Dennach, besinnlich (Pfarrer Held