2009-09-27

Predigt über Johannes 11,1-45 i. A. / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören das Wort Gottes für diesen Sonntag aus Johannes 11, die 

Verse 1-4 und 17-27 sowie 40-45

1 Es lag aber einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und 

ihrer Schwester Marta. 2 Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl 

gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar getrocknet hatte. Deren Bruder 

Lazarus war krank. 3 Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen 

ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank. 4 Als Jesus 

das hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur 

Verherrlichung Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht 

werde. ( ... ) 

17 Als Jesus kam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grabe liegen. 

18 Betanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa eine halbe Stunde 

entfernt. 19 Und viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, sie 

zu trösten wegen ihres Bruders. 20 Als Marta nun hörte, dass Jesus 

kommt, geht sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. 21 Da 

sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre 

nicht gestorben. 22 Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, 

das wird dir Gott geben. 23 Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird 

auferstehen. 24 Marta spricht zu ihm: Ich weiß wohl, dass er auferstehen 

wird - bei der Auferstehung am Jüngsten Tage. 25 Jesus spricht zu ihr: 

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird 

leben, auch wenn er stirbt; 26 und wer da lebt und glaubt an mich, der 

wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? 27 Sie spricht zu ihm: Ja, 

Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die 

Welt gekommen ist. ( ... )

40 Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, 

wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? 41 Da hoben sie den Stein weg. 

Jesus aber hob seine Augen auf und sprach: Vater, ich danke dir, dass 

du mich erhört hast. 42 Ich weiß, dass du mich allezeit hörst; aber um 

des Volkes willen, das umhersteht, sage ich's, damit sie glauben, 

dass du mich gesandt hast. 43 Als er das gesagt hatte, rief er mit 

lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44 Und der Verstorbene kam 

heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein 

Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löst 

die Binden und lasst ihn gehen! 45 Viele nun von den Juden, die zu Maria 

gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.“

Liebe Gemeinde! 

»Viele … glaubten an ihn« (V. 45), heißt es am Schluss unseres

Bibelwortes. Wie ist es dazu gekommen?

Sie waren Augenzeugen eines unfassbaren Wunders geworden. 

Wahrscheinlich haben sie schon von anderen Wundern durch Jesus 

gehört, vom früher Lahmen am Teich Betesda zum Beispiel,

der Speisung von 5000 Menschen auf ein Mal oder

dass ein blind auf die Welt Gekommener wieder sehen konnte. 

Und jetzt sind sie selber mitten drin: Lazarus, den sie tot hinausgetragen 

haben, der seit vier Tagen bereits im Grab aufgebahrt liegt, eingewickelt

in Totentücher, das Grab mit einem Rollstein versiegelt, 

den hat Jesus nach einem Gebet zum himmlischen Vater aus der 

Totenhöhle herausgerufen. 

Und der Verstorbene richtet sich auf, tritt aus der Höhle heraus 

und jetzt lebt jetzt wieder bei seinen Schwestern.

1. Sind Zeichen und Wunder wichtig für den Glauben?

Sie haben es persönlich miterlebt, worauf viele in Israel lange gewartet 

haben. Durch dieses eindrückliche Zeichen ist ihnen Jesus 

als der versprochene Retter aufgeleuchtet, 

sie haben in Jesus den Messias Gottes erkannt, dessen Taten schon

in vergangenen Zeiten vom Propheten Jesaja (1) vorausgesagt worden 

sind und auf den auch Johannes der Täufer hingewiesen hat. 

„Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube 

hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt“ (2)

Das war die Prophezeiung! Sie ist eingetroffen! Vor ihren Augen.

Und heute? Wie finden heute Menschen zum Glauben an Jesus?

Freunde hatten ihn eingeladen und er war mitgegangen. 

Der Elektroingenieur besuchte mit wachsendem Interesse eine Reihe 

von Vorträgen zum neuen Testament. 

Lange Zeit hatte er sich mit dem Thema Gott und Glaube wenig ausei-

nandergesetzt. Dabei hat er als Jugendlicher regelmäßig an den Messen

in seiner italienischen Heimatstadt teilgenommen.

Ihm, der es sonst gewohnt war, streng logisch und naturwissenschaftlich 

zu denken, erschlossen sich plötzlich der Glaube und die Realität Gottes 

als eine Wirklichkeit, die größer als die sichtbare Welt ist. 

Kein Wunder also, dass ihn bei den Vorträgen besonders die Zeichen 

interessierten, die Jesus bewirkte. 

Nach dem letzten Vortrag der Reihe ist er auf den Pfarrer zugegangen und 

hat ihn gefragt: »Vieles war mir neu. Warum spricht man heute kaum mehr 

über diese Heilungen und Wunder? 

Sie sind doch ein wichtiger Bestandteil des Evangeliums. 

Geniert man sich in unserer aufgeklärten Welt dafür?« 

Die übernatürlichen Taten von Jesus ließen ihn nicht mehr los, bis er 

erkannte, dass sie die Liebe Gottes zu den Menschen und dessen 

unfassbare Möglichkeiten zeigten. 

Nach Ansicht des Ingenieurs sollte wieder viel mehr darüber gepredigt 

werden. Auch, dass es solche Zeichen bis heute gibt, wenn Menschen 

Christus suchen und ihn um Hilfe bitten. 

Wir haben heute auf dem Altar einer zweifelhaften Rationalität die Wunder

von Jesus oft in der Besenkammer verkümmern lassen, 

sie nicht mehr mit vollem Ernst und mit derselben Erwartung gepredigt 

und geglaubt. 

Mit dem Ergebnis, dass sich um uns herum Spiritisten, Geistheiler und 

Astrologen breit machen und die Menschen in dämonische Abhängigkeiten 

bringen. Ziemlich berührt habe ich vor ein paar Tagen in Dennach den 

Aushang eines ortsansässigen Astrologen gelesen mit der Überschrift

„Dienstleistungen Himmel und Hölle“, mit einem esoterischen Mix an 

Angeboten, aber auch kombiniert mit Homöopathie und anderem.

In diesem Bibelwort heute hören wir etwas ganz Klares: Jesus hat 

tatsächlich einen seit vier Tagen Toten und bereits Verwesenden 

neu zum Leben erweckt. Ein Wunder der Extraklasse. 

Und machen wir uns ruhig klar, dass die Menschen schon zur Zeit

von Jesus ganz unterschiedlich auf Wunder reagiert haben. 

Was bei den Einen gläubiges Staunen hervorgerufen hat, 

das Vertrauen zu Jesus gefestigt hat, das hat die anderen eher in ihrer

Ablehnung bestärkt. 

Letztere haben in Jesus eine irrationale und immer größer werdende 

Gefahr für die eigene Position und Überzeugung erkannt. 

Auch als eine Bedrohung für den mühsam errungenen Status Quo 

mit der römischen Besatzungsmacht.

Und heute? 

Eines ist klar: Nicht alles ist erklärbar. 

Vieles übersteigt unsere Vorstellungskraft um Gottes Möglichkeiten. 

Es wird von den einen geleugnet, von anderen als Gefahr für ihre eigene

Position angesehen (z. B. den Astrologen und Spiritisten, die wissen, 

dass wenn dieser mächtige Jesus ins Spiel kommt, ihre dämonische

Welt zusammen bricht). 

Und gerade darin liegt ein großer Trost, die Kraft des Glauben.

Bei Gott ist viel mehr möglich, als wir denken können. 

Und das zu glauben, macht frei: Frei für noch viel Größeres. 

2. Ein mutiges Bekenntnis und Rettung nach der letzten Minute

Mitten in der Geschichte steht Marta. 

Wie hat sie Trost und Glauben gefunden?

Als ihr Bruder Lazarus schwer erkrankt, schickt sie zusammen mit ihrer 

Schwester Maria jemanden zu Jesus. 

Die bitten Jesus um Hilfe und um seinen raschen Besuch. 

Aber Jesus kommt nicht, was Marta nicht verstehen kann. 

Vor allem, weil sie absolut überzeugt war, dass Jesus noch was hätte

machen können. 

Schließlich hatt er doch bereits so viele hoffnungslose Fälle gesund 

gemacht. Sie traut Jesus viel zu, hat ihm bisher fest vertraut und jetzt das. 

»Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.« 

Ja, wenn er früher eingegriffen hätte, dann wäre die Sache ganz anders 

verlaufen. 

In dem Film »Butterfly Effect«, der 2004 entstanden ist, 

wird ein ähnlicher Gedanke durchgespielt:

Ein junger Mann reist immer wieder in der Zeit zurück, um in letzter 

Minute schreckliche Entwicklungen, Verletzungen, Krankheit und Tod 

in seinem eigenen Leben und dem seiner Mutter und Freunde zu 

korrigieren. 

Allerdings erweisen sich gerade die von ihm in der Vergangenheit 

angestoßenen Veränderungen als Fluch. 

Die Gegenwart wird dadurch immer schlimmer, statt besser. 

Erst als er alle Pläne loslässt, sogar auf sein eigenes Glück, seine 

Jugendliebe verzichtet, verändert sich die Gegenwart zum Guten, 

gelingt sein eigenes und das Leben seiner Freunde.

Jesus geht die Sache anders an. 

Für ihn gibt es kein »zu spät«, weil er diese Grenze überwunden hat. 

Er nimmt unser Leben mit all seinen Folgen auf sich und mit sich in 

den Tod. Mit seiner Auferstehung bringt er ein neues Leben ans Licht. 

Er kann sogar die Folgen der Vergangenheit heilen, 

ein Leben in der Gegenwart neu beginnen lassen mit dem weiten 

Horizont einer wunderbaren Zukunft und des ewigen Lebens. 

Für Jesus gibt es kein »Zuspät«. 

Nicht einmal in dieser Geschichte. 

Für ihn gibt es nur Gelegenheit zur Verherrlichung Gottes. 

Jesus ist erst vorbei gekommen, als Lazarus bereits gestorben war 

und vier Tage tot im Grab gelegen hat. 

»Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben«, 

beginnt Marta, aber obwohl sie verzweifelt war, ist sie nicht beim Vorwurf 

stehen geblieben. 

Vor Jesus wagt sie einen neuen Schritt des Glaubens und fährt fort: 

»Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben« 

(11, 21f). 

Und Jesus antwortet ihr: »Dein Bruder wird auferstehen.« 

Marta denkt, Jesus kann eigentlich nur die Auferstehung am Jüngsten Tag 

meinen. Aber er entgegnete ihr (11, 25f): »Ich bin die Auferstehung und das 

Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da 

lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?«

Mit seiner Frage fordert Jesus eine deutliche Antwort von Marta, 

ein Glaubensbekenntnis heraus.

Das hat er schon einmal getan. 

Auch damals war es in einer kritischen Entscheidungssituation gewesen, 

wie das Johannesevangelium berichtet. 

Damals fragte Jesus seine Jünger, ob sie ihn auch verlassen wollen, 

weil viele andere Anhänger weggingen. 

Aber Petrus antwortete: »Wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der 

Heilige Gottes« (3). 

Das bedeutet: Zur Nachfolge und zum ersten Vertrauen ist eine neue 

Erkenntnis, ein neues Sehen, ein tiefes Verständnis hinzu getreten. 

Sie waren jetzt Augenzeugen und Glaubenszeugen geworden. 

Es war so etwas wie eine Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein.

Zurück zu Marta: Jesus bezeichnet sich vor ihr und den anderen als 

die »Auferstehung und das Leben«. 

Eigentlich stand das nur Gott zu. 

Marta wusste das, aber auch ihr war diese Gewissheit geschenkt worden 

und so antwortet sie: »Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, 

der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist.« 

Marta, die Umtriebige, die Handfeste zeigt Entschlossenheit in dieser 

Glaubensfrage. Sie spricht Jesus ihr ganzes Vertrauen aus. 

Sie sieht durch das Antlitz des Freundes hindurch das Antlitz des 

Christus Gottes. 

Es ist dieser Moment, den nur die Ansprache Gottes auslösen kann, 

ob damals direkt durch Jesus oder heute durch ein Wort des Evangeliums: 

gepredigt, gesungen, im Herzen bewegt oder plötzlich neu gespürt, 

gesehen, gehört.

Marta hat gewusst, dass sie bei Jesus vor Gott steht. 

Und so verankert sie ihr Leben und ihre Zukunft in Christus.

Was Jesus in seinem Ich-bin-Wort ausgedrückt hat, dass er die 

Auferstehung und das Leben ist, 

was Marta jetzt selbst begriffen und ergriffen hat, 

das soll ihr durch ein wunderbares Zeichen bestätigt werden. 

Deshalb fährt Jesus fort: »Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, 

wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?«

Und als Lazarus noch in die Tücher eingewickelt aus dem Grab heraustritt, 

wird Marta mit den anderen Zeugin einer Auferstehung zurück ins Leben. 

Sie sieht, welche Möglichkeiten Gott zur Verfügung stehen 

und wie er hier Jesus, seinen Christus, beglaubigt.

3. Das Zeichen weist auf die eigentliche Hoffnung, den größten Trost hin. 

Marta, die bisher streng zwischen dem Heute und der Zeit nach dem 

Jüngsten Tag getrennt hat, begreift, 

wie Gott schon jetzt den Menschen die Hand reicht, 

jetzt schon das Leben beginnen lässt, das auch im Sterben nicht vergeht, 

das Reich Gottes mit Jesus angebrochen ist.

Was für ein Trost! Was für eine Hoffnung! 

Lazarus, Maria und Marta sind wie alle Menschen vor und nach ihnen älter

geworden, irgendwann gestorben, so wie es auch uns allen einmal 

bevor steht, aber mit dieser lebendigen Hoffnung: Für Gott gibt es kein Zuspät, 

sondern die Rettung nach der letzten Minute, das Leben in seinem Reich. 

Allerdings müssen wir Menschen uns in diesem Leben für Jesus 

entscheiden, danach gibt es keine Möglichkeit mehr. 

Nicht die zeichenhafte Auferweckung des Lazarus zurück ins bisherige 

Leben, sondern Christus selbst, Gottes Liebe, die nicht einmal vor dem Tod

zurückschreckte, ist ihr Lebenstrost und ihre Zukunftshoffnung geworden.

Deshalb war die Auferstehung von Jesus auch eine andere, als die 

von Lazarus. Das wird schon an der fast gruseligen Szene, als Lazarus 

aus dem Grab kommt, deutlich. 

Lazarus wird von Jesus aus dem Grab ins bisherige Leben zurück

geholt. Lazarus bleibt Objekt der Auferstehung. 

Eindrücklich wird das gezeigt, wie die Menschen am Grab ihn von 

den Tüchern und Binden befreien mussten. 

Seine Rückkehr ins Leben zeigt einzig und allein die Auferstehungskraft, 

die Christus zur Verfügung steht.

Der Tod und die Auferstehung von Jesus dagegen haben den Kosmos

erschüttert, wie die Evangelien berichten. 

Kein Mensch begleitete oder bewirkte dieses Ereignis, 

aber Frauen und Männer sind Zeugen des Auferstandenen geworden, 

als er ihnen lebendig und doch in neuer Gestalt begegnet ist. 

An Ostern war der Auferstandene Subjekt des Geschehens. 

Der Tod konnte ihn, den Gerechten Gottes, nicht halten. 

Auch das leere Grab mit den sauber zusammengelegten Tüchern und 

Binden weist auf diese andere Qualität hin. 

Jesus war der Erste einer neuen Schöpfung Gottes. 

Er hat den Tod endgültig überwunden und gehört in neuer Körperlichkeit 

zur himmlischen Welt. 

Bei seiner Himmelfahrt ist er zum himmlischen Vater gegangen, 

um den Seinen den Weg zu bereiten.

An Jesus selber wird deutlich, was gemeint war mit seinem Wort „Ich bin 

die Auferstehung und das Leben“. 

Jesus bleibt also in gleicher Weise Herr der Lebenden und der 

Sterbenden, Hoffnungszeichen für die Gesunden und die Kranken, 

sichtbares und bezeugtes Zeichen des neuen Lebens, 

das hier schon beginnt.

Bis heute geht das Menschen auf, bis heute schlägt es sich in hoffnungs-

frohen Zeichen und Traditionen nieder.

Zum Beispiel im Reutlinger Vorort Gönningen. 

Jedes Jahr zieht der Friedhof in der Zeit nach Ostern tausende von 

Besuchern an. Von weit her kommen die Interessierten, um dort die 

großartige Tulpenblüte auf den Gräbern anzusehen. 

Ein junger Mann hat einmal ziemlich irritiert gesagt: »Wie kann ein Ort 

der Trauer zum Ausflugsziel werden, eine fast übermütige Farbenpracht 

den Ernst des Todes verschleiern?« 

Natürlich hängt der üppig bepflanzte Friedhof auch damit zusammen, 

dass Gönningen seit Jahrhunderten ein Ort der Samenhändler ist. 

Aber wenn die christliche Auferstehungshoffnung den Friedhof, 

der eigentlich für das Ende des irdischen Lebens steht, 

nicht in ein anderes Licht und Verständnis getaucht hätte, 

wenn für Christen die Gräber nicht ihren letzten Schrecken verloren hätten, 

wäre die Tradition der fröhlichen Tulpenblüte sicher nicht ins Leben 

gerufen worden. 

So aber geben die Blumen Trost und werden zum Zeichen der Hoffnung 

auf die Auferstehung, 

so erinnern sie an das neue Leben in Gottes himmlischer Welt.

Jesus hat mit der Auferweckung des Lazarus ein unvergessliches Zeichen 

der Hoffnung gesetzt, das seine viel größere Tat, die eigene Auferstehung 

angekündigt hat. Gleichzeitig beweist er einmal mehr seine Menschen-

freundlichkeit: Er sichert die Zukunft der beiden Schwestern über ihren Bruder.

 »Wenn du früher gekommen wärst…« sagte Marta. 

Auch in meinem und in Ihrem Leben gibt es Situationen, die wir vielleicht 

neu beurteilen müssen. 

Denn bei Gott kommt Hilfe und Rettung manchmal erst nach der letzten 

Minute. Damit wir ihn noch deutlicher, noch größer, noch tröstlicher 

wahrnehmen können.

Amen.

(1)  Jesaja 35, 61 siehe Hinführung.

(2)  Matthäus 11, 5

(3)  Johannes 6, 69




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Dienstag, 18.12.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Sonntag, 23.12.2018
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer Held)
Montag, 24.12.2018
15:15 Uhr:
Christvesper, Christuskirche Dennach (Pfr. Held)
16:30 Uhr:
Waldweihnacht an der Schwanner Warte: Familiengottesdienst mit Weihnachtsstück (KiGo-Team & Jan Hunsmann)
18:00 Uhr:
Christvesper, Schlosskirche Schwann (Pfr. Held)
Dienstag, 25.12.2018
9:30 Uhr:
Einsingen zum Weihnachts-GD in Schwann
17:00 Uhr:
Weihnachts-Gottesdienst in Dennach (Pfarrer Held)